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Ernst Ferstl

Österreichischer Lehrer und Aphoristiker

Dass sich die Erde um die eigene Achse und um die Sonne zu drehen hat, ist machen Leuten noch viel zu wenig. Sie glauben, dass sich die Erde auch um sie drehen müsse.

Gerade weil wir alle in einem Boot sitzen, sollten wir heilfroh darüber sein, dass nicht alle auf unserer Seite stehen.

Zeit, die wir uns nehmen, ist Zeit, die uns etwas gibt.

Wer einen Wald von Vorurteilen pflanzt, dem gedeihen Holzwege in Hülle und Fülle.

Dummköpfe sind Denkerköpfen weit überlegen. Zahlenmäßig.

Die Menschen lassen sich heutzutage leicht in vier Gruppen einteilen:  in die Reichen, die Schönen, die Gescheiten und die überwiegende Mehrheit.

Es gibt zu viele Flüchtlinge, sagen die Menschen. Es gibt zu wenig Menschen, sagen die Flüchtlinge.

Der moderne Mensch ist leicht zu lenken, aber nur schwer zu etwas zu bewegen.

Wer kein Ziel vor Augen hat, kann auch keinen Weg hinter sich bringen.

Menschen, die nicht an sich selbst glauben, können anderen keinen Halt geben.

Das Schwierigste am Miteinander-Reden ist für viele nicht das Reden, sondern das Zuhören.

Der Verzicht auf eine eigene Meinung verringert die Gefahr, umdenken zu müssen.

Bestimmte Leute glauben, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen. Dabei waren es in Wirklichkeit nur Buchstabensuppen.

Was das Denken betrifft, geben sich allzu viele mit dem Existenzminimum zufrieden.

Ein Vielleicht ist keine Brücke zwischen einem Ja und einem Nein. Es ist der Abgrund dazwischen.

Eine vielsagende Arbeitsteilung: Die einen haben das Sagen - die anderen das Schweigen.

Wenn wir bedenken, was wir in unserem Leben bereits alles gesät haben, können wir uns bereits recht gut ausmalen, was uns noch alles blühen wird.

Es ist ein Irrglaube, dass unsere Probleme kleiner werden, wenn wir sie lange genug lang- und breittreten.

Kurzsichtigen Zeitgenossen ist die Weitsichtigkeit anderer ein Dorn im Auge.

Das Geheimnis einer lebendigen Beziehung: Zeitweise Federn zu lassen - und doch immer aufeinander zu fliegen.

Menschen ohne Rückgrat bilden eine Gesellschaft mit beschränkter Haltung.

Das große Dilemma der Schule ist, dass sie zu viel Wert auf das Auswendiglernen legt - und zu wenig auf das inwendige Lernen achtet.

Wer den Sinn des Lebens sucht, kommt nicht umhin, sich auch mit dem Unsinn herumzuschlagen.

Der Glaube versetzt Berge. Der Aberglaube versetzt Menschen.

Das Nebensächliche macht riesige Fortschritte. Wir entfernen uns immer weiter vom Wesentlichen.

Eines haben dumme und gescheite Menschen gemeinsam: Sie haben keine Ahnung voneinander.

Je kleiner das Denkvermögen desto größer der Reichtum an Ahnungslosigkeit.

In der Praxis ist vielen Menschen die Theorie doch lieber als die Praxis.

Andersdenkende sind oft ganz anders als wir denken.

Der Weisheit letzter Schluß ist sehr oft ein neuer Anfang.

Wir müssen oft neu anfangen, aber nur selten von vorne.

Warum tun wir uns so leicht, anderen angst zu machen - und so schwer, ihnen die Angst zu nehmen?

Überängstliche und übervorsichtige Zeitgenossen kennen die Bandbreite des Lebens von A bis C.

Die Angst vor Neuem läßt uns immer wieder in alte Fehler zurückfallen.

Anzupassen brauchen wir uns lediglich den Dingen, die nicht zu ändern sind. Menschen sind keine Dinge.

Menschliches Zusammenleben verlangt nach Anpassung. Das Gefährliche daran ist nur das menschliche Verlangen nach Gleichmacherei.

An Menschen mit herausragenden Ecken und Kanten können wir viel besseren Halt finden als an rundum angepaßten.


Ernst Ferstl, Hauptschullehrer in Krumbach (Österreich), macht sich Gedanken über Gott und die Welt, an denen er uns in Form von Aphorismen, Gedichten und Haikus teilhaben läßt. Siehe auch seine Homepage unter

Link: http://www.gedanken.at/