Haaße Burenwurst. Von "heiße Wurst"
Haberer Freund, Genosse. "Der Jesus und seine Haberer". Aus dem Hebräischen "Havarim" (= Freund)
habern essen
Hachel, Hachl Reibe
Hacken, Hackn 1. Arbeit 2. Hacke, Axt
hackeln, hackln arbeiten
hacknstad, hacknskat arbeitslos
Hadern 1. Lumpen, Fetzen, Putztuch 2. alte Hadern altes, beliebte Lieder; alter Gasseschlager; alter Ohrwurm
Häfen, Häfn 1. Topf 2. Gefängnis
Häferl 1. mittelgroße Tasse, meist 1/4 Liter 2. jähzorniger, aufbrausender Mensch (bildlich von überkochender Milch)
Haftel Drahtspange. Korsetts und Mieder werden mit Hafteln geschlossen.
Haftelmacher "Aufpassen wie ein Haftelmacher" = ganz besonders aufpassen, konzentriert arbeiten. Ein Haftelmacher war früher ein Erzeuger von Hafteln, wobei unklar ist, wieso bzw. worauf dieser besonders aufpassen muss, beispielsweise im vergleich zu einem Uhrmacher. Einige Quellen berichten, dass "Haftel" ursprünglich eine Bezeichnung für Geschlechtsverkehr war (ohne sich über den Ursprung des Wortes auszulassen), aber falls dies stimmt, dann ist wenigstens "aufpassen wir ein Haftelmacher" klar: Beim Geschlechtsverkehr aufpassen, kein Kind zu zeugen.
haglich heikel, empfindlich, eigen. "Du Monika, des Fleisch is anbrennt!" - "Sei net so haglich, is eh nur a bisserl, und gessen wird, was am Tisch kommt!"
Halawachl leichtsinniger, unzuverlässiger Mensch. Von tschechisch "halama" (= Schlingel) oder "Holomek" (= Bengel)
Halbseidener Mensch mit zweifelhaften Ruf, einer aus dem Milieu
hamdrahn umbringen, töten. "Heite drah i mi ham" (Wolfgang Ambros) = "heute bringe ich mich um", "heute begehe ich Selbstmord"
Hangerl Tuch oder Serviette, vom Kellner über dem Unterarm getragen, daher (früher) auch synonym für männliches Bedienungspersonal
Hansl "warmer Hansl" = warm und schal gewordener Rest im (Bier-)Glas
Hapfn, Hapfen Bett. "I hau mi in de Hapfn" = ich lege mich ins Bett, ich gehe schlafen.
Happl, Happel Kopf. "Er hat ane aufs Happl kriegt" = "Er hat einen Hieb auf den Kopf bekommen"
harb 1. böse (sei net harb auf mi); 2. lebhaft (i häb zwa harbe Rappen); 3. scharfzüngig (die is a harbe Godl). Von mhd. härwe = scharf schneidend
Hascherl unbedarfter Mensch, auch bedauernd für noch kleines Kind.
hatschn, hatschen 1. hinken, schwerfällig gehen 2. (allgemein) gehen. Entweder von Mittelhochdeutsch "hakezen" (= Haxen) oder Mittelhochdeutsch "Hatsche" (= Ente) oder aus dem Arabischen "Hadsch" (= Gang nach Mekka)
Hatscher längerer Fußmarsch (s. "hatschen")
Hatzerl Wettrennen. Von "hetzen" = jemanden verfolgen.
Hauer Weinbauer, Winzer
Hausbesorger Hausmeister
Hauswart Hausmeister
Häusl, Heisl WC
Häuptelsalat, Häuptlsalat grüner Salat, Blattsalat
Hausbeschau Verzollung an der Lieferadresse
Hawara Kumpan, Mitglied der Clique. "Der Jesus und seine Hawara"
hawedere Grußformel, kurz für "Ich habe die Eher"; noch kürzer ist "d'Ehre"
HaWei Hadersdorf-Weidlingau, Teil von Penzing (14. Wiener Gemeindebezirk)
Haxen, Haxn Beine
heast Ausrufewort, meist am Anfang eines Satzes, z.B. "Heast Oida, schiab umme de Marie" = "Mensch Alter, reiche das Geld rüber!". Wörtlich wohl der Imperativ von hören: "hörst du".
heckerln jemanden auf den Arm nehmen
Heidelbeeren Blaubeeren
heidi Bett. "heidi gehen" = "schlafen gehen"
Hendl Hähnchen
Herrenpilz Steinpilz
Hetscherl Hagebutte
hetscherln, verhetscherln verwöhnen
Hetz Spaß. "A Hetz hamma g'habt". Kommt von der Tierhetze, die bis in die späte Barockzeit eine beliebte Unterhaltung – nicht nur für das einfache Volk – war. Veranstaltet wurden die Tierkämpfe in so genannten Hetztheatern in Arenaform; eines dieser stand in der Gegend des heutigen dritten Wiener Gemeindebezirkes, dort wo heute die Hetzgasse zu finden ist.
heuer dieses Jahr
Heurige Erdäpfel (Kartoffeln) aus der diesjährigen Ernte
Heuriger 1. Weinlokal 2. Wein aus der letzten (die meiste Zeit eigentlich vorjährigen) Traubenernte
Hieb Gemeindebezirk
Hiebler, Hierfler, Hiafla Mensch mit einem Dachschaden, also einer, der einen Hieb angekriegt hat
hinnich, hinnig kaputt
Hirnederl nicht ganz gescheiter Mensch
Holler 1. Hollunder 2. Mist, Unsinn
hoppadaschert ungeschickt (sein)
Hoppala 1. Mißgeschick 2. Fahrbahnaufdoppelungen zur Einbremsung der Schnellfahrer
höscherln sich über jemanden lustig machen, jemanden auf den Arm nehmen [Ostbahn-Kurti: Wannst heit a Nocht lang durchmochst, bist drauf a Wochn lang marod. Und wann de die Jüngern damit höscherln, dasaufst dein Blues in Cola rot = Wenn Du heute eine Nacht durchmachst, bist Du darauf eine Woche lang kränklich. Und wenn Dich die Jüngeren damit aufziehen, ersäufst Du Deinen Frust mit Cola-Rotwein.]
hudeln übereilt handeln, schlampig arbeiten
Hudlerei Übereilung, schlechte Arbeit
Hugo "für'n Hugo sein"= "vergeblich sein", "für die Katz' sein"
Hülse eine Flasche oder Dose Bier ("reib umma a Hülsn")
hussen aufhetzen
Hutsche Schaukel
hutschen schaukeln
Hutschpferd Schaukelpferd. "Grinsen wie ein Hutschpferd" = besonders breit und glückselig grinsen