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Retroanalyse im Schach

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Stanislav Vokal

Aufgaben und Lösungen

9903 - Stanislav Vokal

StrateGem, 1999, Nr. R0025

[r3k3/2p1p1pN/2PpP2p/3R4/1Qb5/P1P5/1P1P4/4K2R] [r3k3/2p1p1pN/2PpP2p/3R4/2b5/P1PQ4/1P1P4/4K2R]

11+8. Matt in zwei Zügen a) Diagramm b) Db4 → d3

a) [r3k3/2p1p1pN/2PpP2p/3R4/1Qb5/P1P5/1P1P4/4K2R]

b) [r3k3/2p1p1pN/2PpP2p/3R4/2b5/P1PQ4/1P1P4/4K2R]

Lösung

Lösung a)

Die Lösung ist geradeaus ohne Retro-Anteil und nicht besonders aufregend:

1. Td5-f5   0-0-0     1. Td5-f5   ~
2. Db4-b7#            2. Tf5-f8#

Lösung b)

Vergebliche Versuche:

1. Th1-f1?   0-0-0!
1. Td5-f5?   0-0-0!
1. Dd3-f3|f5 0-0-0!

Aber:

1. 0-0!      ~ (Schwarz darf nicht mehr rochieren!)
2. Tf-f8#

a) Wenn weiß noch rochieren darf, dann darf Schwarz nicht mehr rochieren.

Der [Ta1] muss auf {a1, a2, b1, c1, d1} geschlagen worden sein. Der [Lc1] wurde wegen der Bauern [Bb2] und [Bd2] auf c1 geschlagen. Der Td5 ist eine Umwandlungsfigur. Der Bc5 hat mindestens 3 schwarze Figuren geschlagen. Der [Bg2] kann nur dann in einen Turm umgewandelt haben, ohne dass der schwarze König wegen Schachgebots gezogen haben muss, wenn die Umwandlung auf b8 stattgefunden hat. Um die b-Linie zu erreichen, hätte er mindestens 5 mal schlagen müssen. Gemeinsam hätten die weißen Bauern also mindestens 8 mal schlagen müssen; sie können jedoch nur maximal 7 mal geschlagen haben, da nur 8 schwarze Figuren fehlen und der [Lf8] wegen der Bauern [Be7] und [Bg7] auf f8 geschlagen wurde. Schwarz darf also nicht mehr rochieren!

b) Wenn Schwarz noch rochieren darf, dann darf weiß nicht mehr rochieren.

Der [Bg2] kann nicht auf b8 umgewandelt haben; der Td5 ist ein Originalturm; der [Ta1] steht jetzt auf d5 oder h1 und der weiße König muss bereits gezogen haben, um den [Ta1] vorbeizulassen. Weiß darf also nicht mehr rochieren.

Das ist der klassische Falls der "A Posteriori Regel". Wer zuerst rochiert, verhindert damit die Rochade des anderen. Weiß muss also rochieren, damit Schwarz nicht mehr rochieren darf!