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Retroanalyse im Schach

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Stanislav Vokal

Aufgaben und Lösungen

9902 - Stanislav Vokal

Probleemblad, 1999, Nr. R052

[r3kb2/1pp1p1p1/p1p1P1N1/6p1/P1R2pQ1/1P1P4/r1PP1PP1/1N1RK3] [r3kb2/1pp1p1p1/p1p1P1N1/6p1/P4pQ1/1P1P4/r1PP1PP1/1N1RK2R]

14+12. Matt in drei Zügen a) Diagramm b) Tc4 → h1

a) [r3kb2/1pp1p1p1/p1p1P1N1/6p1/P1R2pQ1/1P1P4/r1PP1PP1/1N1RK3]

b) [r3kb2/1pp1p1p1/p1p1P1N1/6p1/P4pQ1/1P1P4/r1PP1PP1/1N1RK2R]

Lösung

a)

Die Lösung ist geradeaus, ohne Retro-Anteil und nicht besonders aufregend:

1. Tc4-d4   ~
2. Dg4-f5   ~
3. Df5-f8#

b)

1. 0-0     ~  (Schwarz darf nicht rochieren!)
2. Dg4-f5  ~
3. Df5-f7#

Auf alle anderen Versuche antwortet Schwarz mit 0-0-0!

Jetzt müssen wir nur noch zeigen, dass Schwarz nicht mehr rochieren darf, nachdem Weiß rochiert hat:

a) Angenommen, Weiß darf noch rochieren. Dann kann der Ta2 nicht über die 1. Reihe nach a2 gelangt sein. Bleibt als einzige Möglichkeit der Weg über b3, als der Bb3 noch auf b2 und der Lcq1 noch auf c12 stand. (Da noch alle schwarzen Bauern am Brett stehen, kann der Ta2 nicht durch Bauernumwandlung entstanden sein.)

Bevor der [Th8] nach a2 ziehen konnte, muss zuerst der [Bh7] geschlagen haben. Da auf c6 der [Lf1] geschlagen worden sein muss, kann der [Bh7] nur den [Lc1] auf g5 geschlagen haben. Der [Lc1] war aber zu dem Zeitpunkt noch auf c1 eingesperrt!

Auf a2 kann also nicht der [Th8] stehen; es muss sich um den [Ta8] handeln und der [Th8] steht jetzt auf a8: Sb8~d3, Be2:d3, Lf1~c6, Bd7:c6, Ba2-a4, Ta8~a2, Bb2-b3, Lc1~g5, Bh7-h6:g5, Th8~a8.

Schwarz darf also nicht mehr rochieren.

b) Angenommen, Schwarz darf noch rochieren. Dann muss der Ta2 über die 1. Reihe von h8 nach a2 gelangt sein und Weiß darf nicht mehr rochieren.

Das ist der klassische Falls der "A Posteriori Regel". Wer zuerst rochiert, verhindert damit die Rochade des anderen. Weiß muss also rochieren, damit Schwarz nicht mehr rochieren darf!