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Retroanalyse im Schach

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Stanislav Vokal

Aufgaben und Lösungen

9901 - Stanislav Vokal

Die Schwalbe, 1999, Nr. 10409

[r3k2r/1N2p1pb/1pp1P1Pb/p5p1/1N2P1p1/4P3/1PP2R2/R3K3]

11+12. Matt in fünf Zügen

[r3k2r/1N2p1pb/1pp1P1Pb/p5p1/1N2P1p1/4P3/1PP2R2/R3K3]

Lösung

Der [Lf8] wurde auf f8 geschlagen; der Lh6 ist daher eine Umwandlungsfigur. Bg4 und Bg5 haben gemeinsam zwei mal geschlagen; der [Bd7] kann auf dem Weg zur Umwandlung also maximal drei mal geschlagen haben.

a) Angenommen, weiß darf noch rochieren. Dann muss der [Bd7] auf g1 umgewandelt haben, nicht auf d1 (sonst hätte der [Bd7] das Feld d2 betreten und der [Ke1] ziehen müssen). Auf dem Weg zur Umwandlung muss der [Bd7] auch den [Ba2] geschlagen haben, der umgewandelt haben muss. Dazu musste er ein mal schlagen: Ba2~a6:b7~b8=X. Der [Bh2] kann mangels Schlagmöglichkeiten nicht auf die g-Linie geschlagen haben, um dort geschlagen zu werden; also muss er umgewandelt haben, und zwar auf h8. Schwarz darf also nicht mehr rochieren.

b) angenommen, Schwarz darf noch rochieren. Dann muss der [Bd7] auf d1 umgewandelt haben und Weiß darf nicht mehr rochieren.

Wir haben also den klassischen Fall der sich gegenseitig ausschließenden Rochaden. Die Konvention sagt nun, dass in so einem Fall genau eine Rochade erlaubt ist: Die erste Rochade verhindert die zweite.

1. Ta1-d1?  0-0!
1. 0-0-0?   Ba5:b4!

Also:

1. Sb4-a6!  Ta8-a6  (um Sa6-c7# abzuwehren)
2. 0-0-0!   Ta6-a8  (um Td1-d8# anzuwehren)
3. Tf2-d2   ~       (0-0 geht jetzt nicht!)
4. Td2-d8   Ta8:d8
5. Td1-d8#