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Retroanalyse im Schach

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Stanislav Vokal

Aufgaben und Lösungen

9606 - Stanislav Vokal

Nedelna Pravda, 1996, Nr. 2967

[r3k3/pp1p2pp/3Bp3/6P1/p1pP4/P1P5/1P1P4/4K2R] [r3k3/pp1p2pp/1P1Bp3/6P1/p1p5/P1P5/1P1P4/4K2R]

9+10. Matt in 2 Zügen a) Diagramm b) Bd4 nach b6

a) [r3k3/pp1p2pp/3Bp3/6P1/p1pP4/P1P5/1P1P4/4K2R]

b) [r3k3/pp1p2pp/1P1Bp3/6P1/p1p5/P1P5/1P1P4/4K2R]

Lösung

Lösung

a) 1. 0-0!     ...
   2. Tf1-f8#
b) 1. Th1-f1!  ...
   2. Tf1-f8#

Lösung a)

i) Angenommen, Weiß darf noch rochieren. Dann ist der [Ta1] in seinem Käfig {a2, a1, b1, c1, d1} geschlagen worden. Der [Lc1] ist wegen der [Bb2] und [Bd2] auf c1 geschlagen worden. Die Bauern Ba4 und Bc4 haben gemeinsam 5 weitere weiße Figuren geschlagen. Damit ist der Verbleib aller fehlenden weißen Figuren bekannt.

Der [Lc8] wurde wegen der Bauern [Bb7] und [Bd7] auf c8 geschlagen; eine weitere schwarze Figur hat der Bd4 geschlagen. Damit ist noch der Verbleib von 4 schwarzen Figuren offen.

Da der [Lc1] auf c1 geschlagen wurde, muss der Ld6 eine Umwandlungsfigur sein.

a) Der [Bf2] hat auf d8 oder f8 umgewandelt (um das Feld f7 zu vermeiden). Dann hätte auch der [Bh2] auf f8 umwandeln müssen, um von den Bauern Ba4 oder Bc4 geschlagen zu werden. Dazu hätte der [Bh2] das Feld f7 betreten müssen.

b) Der [Bf2] hat auf die e-Linie geschlagen und wurde auf e6 vom [Bf7] geschlagen. Der Ld6 ist durch Umwandlung des [Bh2] entstanden. Der [Bh2] muss auf f8 (und f7 betreten) oder e8 umgewandelt haben.

Der schwarze König hat also schon einmal gezogen; Schwarz darf nicht mehr rochieren.

ii) Angenommen, Schwarz darf noch rochieren. Dann kann kein weißer Bauer f7 betreten oder auf e8 umgewandelt haben. Der [Ta1] kann daher nicht in seinem Käfig geschlagen worden sein; also hat der weiße König schon einmal gezogen. Weiß darf also nicht mehr rochieren.

Das ist ein klassischer Fall für die "A-Posteriori-Regel": Die beiden Rochaden sind für sich erlaubt, schließen sich aber wechselseitig aus. Es darf derjenige rochieren, der dies zuerst tut; die jeweils andere Rochade ist dann verboten. Also:

1. Th1-f1?  0-0-0!

Nichts verbietet Schwarz die Rochade; das Matt ist abgewehrt.

1. 0-0!     ...
2. Tf1-f8#

Schwarz darf nicht mehr rochieren, nachdem Weiß rochiert hat, und ist dem Matt somit hilflos ausgeliefert.

Lösung b)

Angenommen, Weiß darf noch rochieren. Dann ist der [Ta1] in seinem Käfig {a2, a1, b1, c1, d1} geschlagen worden. Der [Lc1] ist wegen der [Bb2] und [Bd2] auf c1 geschlagen worden. Die Bauern Ba4 und Bc4 haben gemeinsam 5 weitere weiße Figuren geschlagen. Damit ist der Verbleib aller fehlenden weißen Figuren bekannt.

Der [Lc8] wurde wegen der Bauern [Bb7] und [Bd7] auf c8 geschlagen; drei weitere schwarze Figuren hat der Bb6 geschlagen. Damit ist noch der Verbleib von 2 schwarzen Figuren offen.

Da der [Lc1] auf c1 geschlagen wurde, muss der Ld6 eine Umwandlungsfigur sein.

a) Der [Bf2] hat auf d8 oder f8 umgewandelt (um das Feld f7 zu vermeiden). Dann hätte auch der [Bh2] auf f8 umwandeln müssen, um von den Bauern Ba4 oder Bc4 geschlagen zu werden. Das ist aber unmöglich, da der [Bh2] die h-Linie mangels Schlagmöglichkeiten nicht verlassen konnte.

b) Der [Bf2] hat auf die e-Linie geschlagen und wurde auf e6 vom [Bf7] geschlagen. Der Ld6 muss dann durch Umwandlung des [Bh2] entstanden sein. Das ist aber unmöglich, da der [Bh2] maximal ein mal schlagen konnte, die f-Linie also nie erreicht haben konnte.

Die Annahme ist also falsch, da sie zu Widersprüchen führt. Der [Ta1] wurde nicht in seinem Käfig geschlagen, der weiße König hat schon einmal gezogen; Weiß darf nicht mehr rochieren.

Damit ergibt sich folgende eindeutige Lösung:

1. Th1-f1!  ...
2. Tf1-f8#