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Retroanalyse im Schach

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Stanislav Vokal

Aufgaben und Lösungen

9601 - Stanislav Vokal

Sach Profil, 1996, Nr. 462

[4k2r/1Np1p1p1/2p1P1Pp/1p3p2/p4P2/P1P4R/1P1P4/4K2R]

11+10. Matt in 3 Zügen

[4k2r/1Np1p1p1/2p1P1Pp/1p3p2/p4P2/P1P4R/1P1P4/4K2R]

Lösung

1. Th3-d3?  0-0!
1. 0-0!     ~    (Schwarz darf nicht rochieren!)
2. Th3-d3   ~ 
3. Td3-d8#

Angenommen, Weiß darf noch rochieren

Dann ist der Th3 eine Umwandlungsfigur. Umgewandelt haben kann nur einer der weißen Bauern e2, f2, g2 oder h2. Bei einer Umwandlung auf d8, e8, f8, g8 oder h8 hätte der schwarze König schon einmal ziehen müssen; entweder um einem Schach auszuweichen oder um den weißen Umwandlungsturm aus dem Käfig zu lassen. Außerdem hat der Umwandlungsbauer weder d7 noch f7 überqueren dürfen.

Bei einer Umwandlung auf b8 (c8) haben die weißen Bauern gemeinsam mindestens 6 mal (7 mal) schlagen müssen; der [Lf8] ist zusätzlich auf f8 geschlagen worden - insgesamt müssen also 7 (8) schwarze Figuren geschlagen worden sein. Es fehlen aber nur 6 schwarze Figuren! Eine Umwandlung auf b8 (c8) ist also nicht möglich.

Schwarz darf daher nicht mehr rochieren!

Angenommen, Schwarz darf noch rochieren

Dann kann der Th3 keine Umwandlungsfigur sein, sondern muss von a1 stammen. Der weiße König hat dann schon einmal gezogen und Weiß darf nicht mehr rochieren.

A Posteriori!

Das ist der klassische Falls der "A Posteriori Regel". Wer zuerst rochiert, verhindert damit die Rochade des anderen. Weiß muss also rochieren, damit Schwarz nicht mehr rochieren darf!