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Die Schwalbe, Nr. 15368

von Silvio Baier

15368 - Silvio Baier

Die Schwalbe, Nr. 257, Oktober 2012

[rQbqkbnr/1pppppp1/8/4N3/1nNP1BPR/1P2PPP1/1PP2KR1/3B4]

16+14. Beweispartie in 21.0 Zügen

[rQbqkbnr/1pppppp1/8/4N3/1nNP1BPR/1P2PPP1/1PP2KR1/3B4]

Lösung

Eindeutige Zugfolge:

1.Sf3 a5 2.Se5 Ta6 3.f3 Tb6 4.Kf2 Tb3 5.axb3 h5 6.Ta4 h4 7.Sa3 h3 8.Th4 a4 9.Sac4 a3 10.d4 a2 11.Lf4 a1=T 12.e3 Ta8 13.Da1 Sc6 14.Da7 Sb4 15.Db8 Ta1 16.Le2 Tg1 17.g4 Tg3 18.hxg3 h2 19.Tg1 h1=T 20.Tg2 Ta1 21.Ld1 Ta8

Schlagfälle und Umwandlungen:

Weiß hat noch alle 16 Figuren (inkl. 8 Bauern) am Brett, es wurde also keine weiße Figur geschlagen und kein weißer Bauer hat umgewandelt.

Der [Ba2] und der [Bh2] müssen die beiden fehlenden schwarzen Figuren – den [Ba7] und den [Bh7] geschlagen haben, und zwar auf der b- bzw. g-Linie. Da die schwarzen Bauern mangels Schlagmöglichkeiten die a- bzw. h-Linie nicht verlassen konnten, haben beide umgewandelt. Die weißen Bauern haben mindestens eine Originalfigur und höchstens eine Umwandlungsfigur geschlagen.

Was waren die weißen Züge?

Ba2:b3, Bd2-d4, Be2-e3, Bf2-f3, Bg2-g4, Bh2:g3, Sb1-a3|d2-c4, Lc1-f4, Dd1-...-b8, Ke1-f2, Lf1-e2-d1, Sg1-f3-e5. Das macht 16 Züge, bleiben noch 5 Züge übrig.

Der [Th1] kann nicht direkt nach h4 gezogen sein, da er die h-Linie räumen musste, damit der [Bh7] umwandeln konnte. Der [Th8-h3-g3 kann direkt nach nicht Die beiden Türme haben also mindestens 4 mal gezogen (Th1-g1|h2-g2 und [Ta1-h1-h4]). Das macht 20 Züge, bleibt noch einer.

Die Minimal-Züge von [Dd1] und [Ta1] setzen voraus, dass sich die beiden Figuren auf der 1. Reihe kreuzen. Das ist aber nicht möglich, eine der beiden Figuren muss ausgewichen sein – entweder die Dame (mehrere Möglichkeiten) oder der Turm ([Ta1]-a4-h4, mit nur einem Mehrzug gibt es nur diese Möglichkeit).Falls die [Dd1] ausgewichen ist, müssen beide schwarzen Bauern umgewandelt haben, bevor der [Ta1] nach h1 ziehen konnte – was unmöglich ist. Also ist der [Ta1] über a4 und h4 ausgewichen.

Damit stehen alle 21 Züge fest, nur die Reihenfolge und er exakte Weg der [Dd1] sind noch offen.

Was waren die schwarzen Züge?

Klar sind zunächst die Bauernzüge auf dem Weg zur Umwandlung: [Ba7]-a5-a4-a3-a2-a1=X und [Bh7]-h5-h4-h3-h2-h1=X. Das sind insgesamt 10 Züge, bleiben 11 Züge.

Der [Sb8] und der [Ta8] brauchen jeweils 3 Züge, um das Schlagfeld b3 zu erreichen. Ein T auf a1 kann auch in einem Zug nach a8 zurückkehren, während ein S auf a1 wegen Bc2 und Bd3 bewegungsunfähig wäre (das Schlagen auf b3 ist vor der Umwandlung auf a1 erfolgt). Also muss der [Ba7] in einen Turm umgewandelt haben – was auch bedeutet, dass der Originalturm geschlagen worden sein muss. Das macht mindestens 4 Züge: [Ta8]-a6-b6-b3 und Ta1-a8. Bleiben 7 Züge.

Der [Sb8] hat mindestens 2 mal gezogen: [Sb8]-a6|c6-b4; bleiben 5 Züge.

Auf g3 kann nicht der [Th8] geschlagen worden sein: Der [Th8]-h3-g3 ist auch nicht möglich, da der [Th8] den [Bh7] überholen müsste. Das wäre dann mit [Th8]-h6-g6-g4-h4-h3-g3 zu viele Züge. Also wurde auf g3 nicht der [Th8] geschlagen.

Idee: Auf g3 wurde der [Ba7]=Ta1 geschlagen und der [Bh7]=Th1 ist nach a8 zurückgekehrt. Also: Ta1-g1-g3 und Th1-a1-a8. Das sind 5 Züge, geht sich also aus.

Reihenfolge der Züge:

Der [Ta8] muss möglichst schnall nach b3 gelangen, muss der [Ta1] nach h4 ziehen, erst dann kann die Umwandlung auf a1 erfolgen. Weiß muss dabei so ziehen, dass die 4. Reihe nicht blockiert wird.

1. Sg1-f3  Ba7-a5
2. Sf3-e5  Ta8-a6
3. Bf2-f3  Ta6-b6
4. Ke1-f2  Tb6-b3
5. Ba2:b3  Bh7-h5
6. Ta1-a4  Bh5-h4
7. Sb1-a3  Bh4-h3
8. Ta4-h4  ...

Jetzt muss Weiß die a-Linie räumen, dann kann der [Tb7] umwandeln und Weiß muss die 1. Reihe räumen:

8.  ...     Ba5-a4
9.  Sa3-c4  Ba4-a3
10. Bd2-d4  Ba3-a2
11. Lc1-f4  Ba2-a1=T
12. Be2-e3  Ta1-a8

Jetzt ist der Weg frei für die weiße Dame. Schwarz muss warten, bis der Ta8 nach g3 ziehen kann:

13. Dd1-a1  Sb8-c6
14. Da1-a7  Sc6-b4
15. Da7-b8  Ta8-a1
16. Lf1-e2  Ta1-g1
17. Bg2-g4  Tg1-g3

Der Rest ist trivial:

18. Bh2:g3  Bh3-h2
19. Th1-g1  Bh2-h1=T
20. Th1-g2  Th1-Ta1
21. Le2-d1  Ta1-a8