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Die Schwalbe

Aufgaben und Lösungen

10218 - Alexander Zolotarew

Die Schwalbe, Heft 174, 12/1998

4. ehrende Erwähnung Informalturnier 1998

[3Brq2/P1ppRp1K/4p2p/6p1/6NP/3P1P1k/1PP1bPrb/3BnQnR]

14+14. Matt in einem Zug! (Wer?)

[3Brq2/P1ppRp1K/4p2p/6p1/6NP/3P1P1k/1PP1bPrb/3BnQnR]

Lösung

von Gerald Ettl:

Egal ob der wBf3 von e2 oder g2 stammt. Er musste eine sFigur geschlagen haben. Als Schlagobjekt kam nur eine sFigur in Frage. Entweder ist eine sUW Figur auf dem Brett oder sie wurde schon auf dem Feld f3 geschlagen. Das sUW Feld konnte nur a1 sein. Der sBa kam von der b-Linie und benötigte ein wSchlagobjekt. Eine andere kompliziertere Denkweise kommt aufgrund der wenigen Schlagobjekte nicht in Betracht. Somit steht fest, dass der untere Knoten erst dann aufgelöst werden kann, wenn der wLd8 sein Ausgangsfeld c1 erreicht hat. In dem oberen Knoten ist das Feld h8 für den wK bislang unzugänglich. Um das zu ändern, muss eine Figur auf g8 rein. Zunächst sieht es so aus, als sei das mit dem wS auf g4 ganz leicht zu bewältigen. Die Probe zeigt wie knapp der Versuch ausgeht: Zurück 1.Sf6-g4 g6-g5 2.Sg8; der sBg6 darf jetzt nicht weiter zurück, denn sonst würde das planmäßige Kh8-h7 h7-h6, (~) a7-a6 Dh6-f8 nicht gehen. Die Vermutung liegt nahe, dass die UW-Figur der sTg2 ist. Bekannt ist, dass eine UW Figur nach ihrer Entwandlung noch mal geschlagen haben müßte. Der sT kommt im Rückspiel raus, wenn der wS nach g2 geht. Nach der Entwandlung auf a1 entschlägt er den wS. Der neue S geht einfach nach g8. Der wBa musste in diesem Vorplan weit zurück gehen und konnte in dem oberen Knoten nach Kh8-h7 h7-h6 nicht mehr ziehen. Vorausschauend entschlägt der sT zum Weg in das UW-Feld auf g4 einen wichtigen wTempo-B. Andere weiße und sogar schwarze Tempozüge wären denkbar aber dauern zu lange. Bei Weiß anstatt des Bg ein wTempo-Be. Zu spät. Auch der sB von a7 stammend konnte von dem wS auf der a-Linie nur mit enormen Zeitverlust in Angriff genommen werden. Der sT ist somit nicht nur Zulieferer sondern auch Tempoverschaffer. In beiden Fällen nachweislich eindeutig. Interessante und leichte Auflösung.

1. Se3-g4 Tg4-g2 2.Sg2-e3+ Ta4:Bg4 3.a6-a7 Ta1-a4 4.a5-a6 a2-a1T 5.a4-a5 b3:Sa2 6.Sc3(b4)-a2 b4-b3 7.Se4-c3(b4) b5-b4 (bzw. g6-g5) 8.Sf6-e4 b6-b5 9.Sg8-f6 g6-g5 10.Kh8-h7 h7-h6 11.g3-g4 Dh6-f8 12.Kg7-h8 D~-h6+ also 1.- Dh8# nicht 1.T:h2#?

Anmerkung des Herausgebers: Nach obigem Rückspiel ist folgende Position erreicht (die Markierungen bezeichnen alternative Positionen der schwarzen Dame):

[3Br1N1/2ppRpKp/1p2p1p1/8/P6P/3P1PPk/1PP1bPNb/2qBnQnR]

16+14. Schwarz am Zug.

[3Br1N1/2ppRpKp/1p2p1p1/8/P6P/3P1PPk/1PP1bPNb/2qBnQnR]