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Retroanalyse im Schach

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Die Schwalbe

Aufgaben und Lösungen

10158 - Alexander Zolotarew

Die Schwalbe, Heft 173, 10/1998

Dritter Preis Informalturnier 1998

[1Rb5/qppp2pp/1pP2p2/1K6/2P5/pk6/BPRPP2P/n1B5]

11+12. Löse die Stellung auf

[1Rb5/qppp2pp/1pP2p2/1K6/2P5/pk6/BPRPP2P/n1B5]

Lösung

von Gerald Ettl:

Das falsche Abseilverfahren des wBc6, welches den eigentlichen Verdichtungsvorgang rückgängig zu machen beabsichtigt, scheitert an der Retrotrennlinie. Käme der wBc6 von f2 und g:f und auf a8 ohne Probleme mit wUW-Figur, sollte doch zur weiteren Auflösung nichts mehr im Wege stehen. Der sT entstand demnach irgendwo aus den eben genannten Schlagfällen. Die Stellung löst sich endgültig nur dann auf, wenn der sT nach dem a7:Xb6 das Feld a7 vorher überschritten hätte. Da der sT nachweislich nicht in den gewünschten Bereich eintreten konnte, ist die Herkunft sowie die dazugehörige Technik zu ermitteln, wobei Freizeit-Kommissar Löser den wBc6 auf a2 vermutet und sich noch unsicher ist, wie er den geistreichen Gedanken angesichts des schrägen Gegenverkehrs sBa3 in verwertbare Zusammenhänge bringen soll. Der sT aus dem Entschlag a3:Tb4 ist aufgespürt. Die Geschichte des wBa2 bis c6 zurückzuverfolgen geht nun immer mehr in Detailerforschungen über. Weiß konnte den Zug c6-c5 erst dann zurückspielen, wenn der sBa3 bereits auf dem Feld d6 angelangt ist. Auf e7 konnte der sB erst zurückgespielt haben, wenn vorher auf e8 eine wFigur und auf f8 eine wFigur entwandelt hat. Der sB konnte nämlich erst auf e7 stehen, wenn die 2 sFiguren, die wie bereits bekannt von den wBBg und f kamen, auf f8 sL und g8,h8 sT standen. Dreimal musste der sBa3 bis nach d6 wFiguren entschlagen. Darunter mussten 2 wUW-Figuren sein. Die Begründung des Zuges e7:Yd6 ist denkbar einfach. Nur so kann die sD von a3 aus nach d6 rausgekommen sein. Konnte man zu diesem Zeitpunkt wissen, dass die sD unbedingt raus muss? Es würde doch völlig ausreichen, wenn die sD einfach nur auf a3,a2 steht. Wirklich? Nehmen wir an die sD steht auf a2, dann wäre a3:Tb4 illegal, denn der wT kommt nachträglich nicht mehr hinein. Und wenn der wT auf a2 steht und die sD auf a3, geht selbstverständlich die Ausführung des Zuges a3:Tb4 nicht mehr. Die sD kann auch nicht auf a7 bleiben. Denn nach a3:Tb4 musste die sD notgedrungen das Feld a7 verlassen um a7:Xb6 zuzulassen. Weiter zurückgedrängt müßte die sD auf a8,b8 mit dem unmöglichem Auflösezug a7:Xb6. Eine gute Begründung dafür, die sD vorzeitig rauszuspielen. Der Werdegang des sBa3 kann auf einigen Entschlagfällen genauestens nachvollzogen werden. So musste b4:La3 und c5:Sb4 geschehen sein. Ein wSa3 kommt nicht raus und ein wT würde zusätzlichen Ärger im Schlußspiel anrichten. Müßte dieser oder der andere wTa8 doch um den sT passieren zu lassen weit zurück Richtung a8, was den Zug a7:Xb6 wieder unmöglich macht. Eine wD ist völlig unlogisch. Bleibt nur ein wLa3. Auf b4 konnte es nunmehr kein wL sein. Der schwarzfeldrige sL konnte sich nicht auf dem wFeld e8 entwandeln. wD oder wT stören bekanntlich auf der gleichen Weise, wie die im 1. Entschlag festgestellten Überlegungen. Bleibt nur ein wS. Das sind nachweislich von dem sB 2 eindeutige Schlagfälle. Der wLa3 musste in jedem Fall nach f8 und spielte g6:Tf7. g6:Lf7? denn das wäre ein unbrauchbarer weißfeldriger sL. Der Zug d6:Zc5 macht deutlich, dass entweder Z oder der wSb4 UW-Figur sein mussten. Der Rest ist bekannt. Die sD muss, bevor der wBc6 gezogen hat, nach d6 das Weite suchen. Der wB musste b4:Sc5 und a3:Tb4, wT auf a2 stehend, gespielt haben. Danach kann der sT nach Hause laufen. Endlich konnte a7:Xb6 gespielt werden. Einige Raffinessen waren dabei und die Entschläge der Diagonalen a3-c5 war sowohl bei Schwarz als auch bei Weiß eindeutig. Eine sehr überzeugende Auflösung mit einer guten Verführung.

Zurück: 1.Lb1-a2+ b4:La3 2.Ta8-b8 c5:Sb4 (sD pendelt) wSb4 nach e8 und wLa3 nach f8, g6:Tf8 und f4:Le5; sTf7 nach h8 und sLe5 nach f8, e7:Xd6, sD nach d6, wT nach a2, b4:Sc5 und a3:Tb4, sTb4 nach a8, a7:Xb6 usw.