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Retroanalyse im Schach

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Die Schwalbe

Aufgaben und Lösungen

9378 - Klaus Wenda

Die Schwalbe, Heft 161, 10/1996

Zweite ehrende Erwähnung Informalturnier 1998

[NBK5/2Pp4/Q2p4/B7/kP6/NpP5/p1P1P3/2R5] [RBK5/2Pp4/Q2p4/B7/kP6/NpP5/p1P1P3/2R5]

12+5. Zurück 4 Züge, dann Selbstmatt in einem Zug (Proca, Circe) a) Diagramm b) wSa8 → wTa8

[NBK5/2Pp4/Q2p4/B7/kP6/NpP5/p1P1P3/2R5]

[RBK5/2Pp4/Q2p4/B7/kP6/NpP5/p1P1P3/2R5]

Lösung

Zurück 1.Da7:La6? Lc4(f1)a6! oder L~:Ba6! Schon hier liegt der Hinweis vor, beide schwarzen Verteidigungszüge gründlich zu untersuchen. Warum geht es eigentlich nach dem ersten Verteidigungszug nicht weiter? 2.Kb7c8 vor 1.Lb6+ La6# Ja schon. Nur weigert sich der Schwarze dieses matt zu geben, indem er einfach einen anderen Zug 1.- Kb5 ausführt. Also muss der sL gezwungen werden, das Blockfeld b5 für den sK zu besetzen. Das Blockfeld b5 wird erreicht, wenn der sBb3 zum Ziehen gezwungen wird. Der 2.Verteidigungszug wirkt indes noch viel stärker. Es sieht doch danach aus, als müßte sich der wSa2 vom Platz entfernen. Der störende B-Entschlag wäre somit verhindert. Nur dürfte das nicht so leicht sein. Doch es gibt noch eine zweite Möglichkeit. Der sL konnte nur einen wB auf a6 entschlagen haben, wenn sich noch ein Bauer außerhalb des Spielfeldes befand. Bekanntlich entstanden UW-Figuren aus Bauern. 2 wBB sind außerhalb des Spielfeldes. Gelingt es, dass man den Schwarzen zweimal dazu zwingt wUW-Figuren oder wBB im Rückspiel zu entschlagen, dann verbietet sich doch auch der wBa6-Entschlag. Bekannt ist weiterhin, dass der Bauernrückzug c4:b3 geschehen musste. Des weiteren durfte dieser sB nicht mehr weiter zurückspielen, wegen dem Blockfeld b5. Diese Tatsache und eine der beiden Möglichkeiten, den Entschlag auf dem Feld a6 zu verhindern, stellt den Ausgangspunkt weiterer Überlegungen dar. Nehmen wir an, die wD geht auf ein w Feld und will den Springer a2 anschließend loswerden. Zurück 1.Db1,h1-c1 c4:S,Tb3 2.Sc1(:)a2 der sBc4 besitzt immer eine Zugzurückverteidigung. Jetzt kann Schwarz aussuchen 2.- b5:Bc4[-,wBc2], d5:Bc4[-,wBc2], c5-c4 und die Entschlagmöglichkeit b5,d5:S/T[-,(S,T)]. Daran ändert sich auch nichts, wenn der wS den Zug zeitlich verschiebt. Auch wenn die wD gleich auf ein s Feld gegangen wäre, müßte der wS auch wieder auf ein schwarzes Feld. Da der wS erst rauskommt, wenn die wD gezogen hat, kommt die Möglichkeit 1 nicht in Betracht. Zurück 1.Dd1-c1 erlaubt 3 schwarze Verteidigungszüge. 1. g:Dh6[Dd1], c:Db3[-,Dd1] jedoch nicht g:Dh6[-]. Beeindruckender wäre gewesen, wenn nur alleine der Auswahlzug des sBh6 entscheidet. Dazu müßte beispielsweise die wD im Entschlag c4:Xb3 zugunfähig sein. Weiter mit Möglichkeit 2. Klar muss die wD erst auf ein s Feld. Erster Entschlag auf schwarzem Feld, dann auf ein weißes Feld. Es ist wohl nicht nur mir aufgefallen, dass hier jetzt anstelle der wD auch eine andere Figur das wFeld hätte betreten dürfen. Denn der sBh6 kann nicht weiter mit oder ohne Schlag zurückspielen. Es bietet sich keine andere Figur außer der wD an. Die wD musste die Aufgabe also allein bewältigen. Die wD steht zu Beginn eigentlich schon richtig, denn wLe1 ist schon auf dem Brett und trotzdem muss sie ziehen. In der Lösung spielt es eine große Rolle, welche w Figur außerhalb des Brettes ist. Genau das wird thematisch und in 2 unterschiedlichen DD-Zügen in allen beiden Vorbereitungszügen doppelt gesetzt. Gibt es vielleicht noch mehr über das Problem zu sagen? Ich möchte es einmal so ausdrücken. Zurück 1.Kb7-c8? Kb5-a4! 1.- g7:Lh7 2.Kb6:Tb7 Ta7-b7+ 3.c3:Sb4 Sd3:Lb4! 3.- Sd3-b4 4.b7:a8T vor 1.Lb4+ T:a6# Diese Variante würde thematisch aus dem Rahmen fallen. Gewiß sehenswert. Sie würde durch einfache Versetzung des wDc1 nach f1 voll aufgehen. Doch die geplanten Lösungen würden dann immer noch gehen. Immer mehr geht die zu stellende Frage in eine Richtung. Warum hat der Autor es vermieden einen wB auf c4 zu stellen? Im Hinblick auf den sBb3 dürfte es kein Problem sein, diesen woanders zu versetzen. Dann nämlich wäre die schwarze Antwort, die anders begründet ich nicht kritisiere, auch nach 1.Da7:La6 eindeutig. Es verlangt schon etwas guten Willen um zu erkennen, dass ich den Veränderungsprozess keinesfalls unkritisch betrachte. Um die geplanten Lösungen zu zeigen, reicht die Stellung aus. Thematische Verführungen gibt es schließlich auch. Das ist gut und lehrreich gemacht.

a) zurück 1.Dg1-c1 g7:Sh6 2.Db1-g1 c4:Sb3 3.Da7:La6 Lb5-a6 4.Kb7-c8 vor 1.Lb6+ La6# (1.Da1-c1? ... 3.- Lb5:Ba6!) b) zurück 1.Da1-c1 g7:Th6 2.Dh1-a1 a4:Tb3 3.Da7:La6 Lb5-a6 4.Kb7-c8 vor 1.Lb6+ La6# (1.Dg1-c1? ...3.- Lb5:Ba6!)


Lösung von Gerald Ettl