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Retroanalyse im Schach

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Die Schwalbe

Aufgaben und Lösungen

8000 - Alexander Zolotarew und Nikita Plaksin

Die Schwalbe, 1993

[3k4/p7/2p5/1n6/p2n4/qPK2P2/PpPPbPP1/3BRQBR]

13+9. Wie viele Züge sind seit der letzten Rochade mindestens geschehen?

[3k4/p7/2p5/1n6/p2n4/qPK2P2/PpPPbPP1/3BRQBR]

Lösung

Die weiße Bauernumwandlung

Es fehlen drei weiße Figuren; diese wurden von Ba4, Bb2 und Bc6 (=[Bb7], [Bc7] und [Bd7]) geschlagen.

Da der [Bh2] nicht von [Bb7], [Bc7] und [Bd7] geschlagen werden konnte, hat der [Bh2] umgewandelt. (Wäre der [Bh2] vom [Bc7] geschlagen worden, hätten insgesamt fünf weiße Figuren geschlagen werden müssen.)

Der letzte Zug von Schwarz

Weiß steht im Schach, also hat Schwarz zuletzt gezogen. Die einzige Möglichkeit ist Sc7-b5#. Sd6-b5# ist nicht möglich, da der Sd6 auch auf c4 Schach bieten würde.

  1. ...      Sc7-b5#

Die beiden Einzelzüge davor

Schwarz kann auf b5 keine weiße Figur geschlagen haben, die gezogen haben könnte; also muss der weiße König gezogen haben. Die einzigen Möglichkeit für einen weißen Königszug ist Kc4:Xc3, wobei X eine Figur ist, die von d3 nach c3 gezogen hat. Auf d3 hat sie das Schach des Le2 abgedeckt, ohne selbst Schach zu bieten. Die Figur muss auf c3 geschlagen worden sein, da sich keine schwarze Figur am Brett befindet, die von d3 weggezogen sein könnte. Es muss sich also um einen Turm handeln.

  2. ...      Td3-c3
  1. Kc4:Tc3  Sc7-b5#

Die beiden Einzelzüge davor

Mit ähnlicher Argumentation wie vorhin ergibt sich:

  3. ...      Tb4-c4+
  2. Kc5:Tc4  Td3-c3+

Die beiden Einzelzüge davor

Mit ähnlicher Argumentation wie vorhin ergibt sich:

  4. ...      Te5-c5+
  3. Kd6:Tc5  Tb4-c4+

Es muss also auch ein schwarzer Bauer umgewandelt haben!

Die beiden Einzelzüge davor

Der Zug von Weiß kann nur Kc5-d6 gewesen sein. Auf d5 muss eine schwarze Figur gestanden haben.

a) Eine Figur, die von d5 nach d6 gezogen hat und dort geschlagen wurde, müßte Dame oder Turm sein. Beide hätten jedoch selbst auf c5 Schach geboten, und das ist unmöglich.

b) Eine Figur, die noch am Brett steht und von d5 weggezogen ist, kann nur der Sc7 sein:

  5. ...     Sd5-c7
  4. Kc5-d6  Te5-c5+

Die beiden Einzelzüge davor

Nun hat der weiße König zwei Felder c5 und d6, auf denen er pendeln kann; allerdings droht auf d6 nach dem Abzug des Te5 das Schach des Lh2; außerdem nach 0-0-0 das Schach des Td8. Das unmögliche Doppelschach muss blockiert werden:

  6. ...     Sf4-d5
  5. Kd6-c5  Dd5-c7

Nun pendelt der weiße König, und Schwarz kommt direkt aus der langen Rochade.

Die minimale(n) Zugfolge(n)

[r3k3/p7/2pK4/8/pr1n1n2/qP1r1P2/PpPPbPPb/3BRQBR]

[r3k3/p7/2pK4/8/pr1n1n2/qP1r1P2/PpPPbPPb/3BRQBR]

1. ... 0-0-0+ 2. Kc5 Te8 3. Kd6 Kd8 4. Kc5 Te5+ 5. Kd6 Sc5 6. Kc5 Sc7+ 7. Kd6 Tc5+ 8. Kc5: Tc4+ 9. Kc4: Tc3+ 10. Kc3: Sb5#

[r3k3/p7/2pK4/3n4/pr1n1R2/qP1r1Pb1/PpPPbPP1/3BRQB1]

[r3k3/p7/2pK4/3n4/pr1n1R2/qP1r1Pb1/PpPPbPP1/3BRQB1]

1. ... 0-0-0+ 2. Kc5 Te8 3. Th4 Kd8 4. Th1 Te5 5. Kd6 Lh2  6. Kc5 Sc7+ 7. Kd6 Tc5+ 8. Kc5: Tc4+ 9. Kc4: Tc3+ 10. Kc3: Sb5#

Lösung

In beiden Fällen ergeben sich mindestens 9 Züge seit der letzten Rochade!