Einige Aufgaben sind mit einem der Zusätze (PRA), (RS) oder (RV)
gekennzeichnet. Zunächst einmal die Begriffsdefinitionen:
PRA = Partial Retro ANalysis (Partielle Retroanalyse)
RS = Retro Strategy (Retro-Strategie)
RV = Retro Variants (Retro-Varianten)
Und jetzt wird es kompliziert: Diese Konventionen haben sich einige male
geändert.
Seit 2009:
Artikel 16 des Codex sagt im wesentlichen:
Rochade: Die Rochade ist erlaubt, es sei denn, es kann nachgewiesen
werden, dass sie nicht zulässig ist.
En-passant: Ein En-Passant-Schlag beim ersten Zug ist nur erlaubt,
wenn nachgewiesen werden kann, dass der letzte Zug der Doppelschritt des zu
fangenden Bauern war.
Partial Retro Analysis (PRA): Wenn sich die Rechte zu rochieren
und/oder an En-Passant-Schlägen gegenseitig bedingen, besteht die Lösung aus
mehreren sich gegenseitig ausschließenden Teilen. Alle möglichen Kombinationen
von Zugrechten, unter Berücksichtigung der Rochade- und der
En-Passant-Konvention, bilden diese sich gegenseitig ausschließenden Teile.
Retro Strategy (RS): Wenn bei gegenseitiger
Abhängigkeit der Rochade eine Lösung nach dem PRA-Übereinkommen nicht möglich
ist, sollte die Retro-Strategie (RS) angewendet werden: diejenige Rochade, die
zuerst ausgeführt wird, gilt als zulässig.
A Posteriori (AP): Andere Konventionen sollten ausdrücklich
festgelegt werden, z.B. wenn im Zuge der Lösung ein En-Passant-Schlag durch
eine spätere Rochade legalisiert werden muss (AP).
[Wir haben hier den 3. Absatz in zwei Absätze (3 und 4) geteilt. Der rote
Text ist die Änderung gegenüber dem Vorjahr.]
2008-2009:
Artikel 16 des Codex sagt im wesentlichen:
Rochade: Die Rochade ist erlaubt, es sei denn, es kann nachgewiesen
werden, dass sie nicht zulässig ist.
En-passant: Ein En-Passant-Schlag beim ersten Zug ist nur erlaubt,
wenn nachgewiesen werden kann, dass der letzte Zug der Doppelschritt des zu
fangenden Bauern war.
Partial Retro Analysis (PRA): Wenn sich die Rechte zu rochieren
und/oder an En-Passant-Schlägen gegenseitig bedingen, besteht die Lösung aus
mehreren sich gegenseitig ausschließenden Teilen. Alle möglichen Kombinationen
von Zugrechten, unter Berücksichtigung der Rochade- und der
En-Passant-Konvention, bilden diese sich gegenseitig ausschließenden Teile.
Retro Strategy (RS): In dem speziellen Fall, in dem das Recht von
Weiß zu rochieren das Recht von schwarz zu rochieren ausschließt (und
umgekehrt), ist eine Alternative möglich: Die Partei, die dieses Recht zuerst
ausübt, hat Anspruch auf die Rochade..
A Posteriori (AP): Andere Konventionen sollten ausdrücklich
festgelegt werden, z.B. wenn im Zuge der Lösung ein En-Passant-Schlag durch
eine spätere Rochade legalisiert werden muss (AP).
[Wir haben hier den 3. Absatz in zwei Absätze (3 und 4) geteilt.]
Vor 1991-2009:
Die Rochade gilt als zulässig, es sei denn, es kann nachgewiesen werden,
dass sie nicht zulässig ist.
Ein En-Passant-Schlag ist nur dann zulässig, wenn nachgewiesen werden kann,
dass der letzte Zug der Doppelschritt des zu schlagenden Bauern war.
Bei gegenseitiger Abhängigkeit von Rochaderechten jeder Partei ist die
Partei, die dieses Recht zuerst ausübt, berechtigt, dies zu tun.
Andere Konventionen (die auch andere Umzugsrechte betreffen) sollten z.B.
ausdrücklich festgelegt werden:
Wenn ein En-Passant-Schlag im Laufe der Lösung durch eine
nachfolgende Rochade legalisiert werden muss. (AP)
Wenn es im Retro-Spiel oder Teilen davon mehrere
Möglichkeiten gibt, die zu verschiedenen Lösungen führen, so werden diese Möglichkeiten als Retro-Varianten
bezeichnet (RV).
Vor 1991:
Der Codex sagt nichts zu den oben genannten Konventionen – außer, dass die
orthodoxen Schachregeln gelten, geht also nicht auf die speziellen
Anforderungen der Retroanalyse ein.
Was bedeutet die für den Löser?
Wen n man ein Retro-Problem löst, sollte man sich bewusst sein, dass sich
die Konventionen mit der Zeit ändern und im Zweifelsfall die gerade gültige
Konvention berücksichtigen.
Es gibt auch einen zeitlichen Schlupf, da zwischen Komposition und
Veröffentlichung ein längerer Zeitrau liegen kann.