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Retroanalyse im Schach

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En passant

Schlagen en passant (e.p.) ist erlaubt, wenn bewiesen werden kann, dass der letzte Zug der Doppelschritt des Bauern gewesen ist, der geschlagen werden soll.

Das e.p. Recht kann mit dem Rochaderecht wechselwirken, siehe dazu die A-Posteriori Regel.

En Passant ist die einzige Möglichkeit für ein Doppelschach, ohne mit einer der beiden schachgebenden Figuren zu ziehen.


F. Amelung

Düna Zeitung, 1897

[7R/7p/5P1k/4PKpP/8/8/8/8]

5+3. Matt in zwei Zügen

[7R/7p/5P1k/4PKpP/8/8/8/8]

Lösung: Der einig mögliche legale letzte Zug von Schwarz war Bg7-g5; daher darf Weiß den Bauern e. p. schlagen: 1. Bh5:g6ep! Kh6:Bh5 2. Th8:Bh7++


N. Petrovic

Problem, 1954

1st/2nd Prize 4th Thematic Tourney

[6K1/7B/4Pk2/8/6Q1/4Q3/8/B7]

6+1. Was waren die letzten 6 Einzelzüge?

[6K1/7B/4Pk2/8/6Q1/4Q3/8/B7]

Lösung: Weiß hat mit dem La1 gerade Schach gegeben. Dabei kann es sich nur um ein Abzugsschach handeln, es steht aber keine weiße Figur am Brett, die aus der Schachlinie gezogen sein könnte. Bleibt als einzige Möglichkeit, dass ein schwarzer Bauer auf e6 e.p. geschlagen wurde. Da die Legalität der Stellung vorausgesetzt ist, ist damit Be7-e5 als letzter Zug von Schwarz bewiesen. Letzte Züge:

  -1. Bd5:e6 e.p.  Be7-e5 
  -2. Bd4-d5+      ...

Wie hat Schwarz zuvor gezogen? Es muss ein Zug mit dem König gewesen sein, der aus dem Doppelschach gezogen ist. Die einzige Möglichkeit zu diesem Doppelschach ist ein weiterer e.p Schlag:

  -2. ...          Ke6-Bf6
  -3. Be5:f6 e.p.  Bf7-f5

Damit haben wir die letzten 6 Einzelzüge rekonstruiert. Stellung vor den letzten 6 Einzelzügen: