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Retroanalyse im Schach

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Bernd Gräfrath

Aufgaben und Lösungen

7 - Bernd Gräfrath

Schach, Feb 2001, S. 81, Nr. A.

[4k2r/pppnp1bp/2p2n2/7p/Q7/2NPPN1P/PrPBP2P/R3K3] [4k2r/1ppnp1bp/p1p2n2/7p/Q7/2NPPN1P/PrPBP2P/R3K3]

13+13. Schwarz darf rochieren. Weiß auch? a) Diagramm b) Bauer a7 nach a6

a) [4k2r/pppnp1bp/2p2n2/7p/Q7/2NPPN1P/PrPBP2P/R3K3]

b) [4k2r/1ppnp1bp/p1p2n2/7p/Q7/2NPPN1P/PrPBP2P/R3K3]

Lösung

a)

Weiß darf nicht rochieren, weil sich sein König oder Turm schon bewegt hat. Die Frage ist, welche weiße Figur Schwarz auf c6 geschlagen hat. Der weiße Bauer b2 konnte nicht zur Umwandlung gelangen. Deshalb wurde auf c6 entweder ein Turm, der Läufer f1 oder der Bauer b2 geschlagen. Wenn der Turm h1 oder Läufer f1 auf c6 geschlagen wurde, musste zuerst der Bauer g2 nach h3 schlagen. Was wurde dann auf h3 geschlagen? In diesem Fall kommt nur ein Springer in Frage. Einer der beiden schwarzen Springer auf dem Brett müsste dann durch Bauernumwandlung entstanden sein. Da auf h5 die andere weiße Figur geschlagen wurde, musste der Bauer f7 auf geradem Wege nach f1 gehen. Auf f2 gab er dann Schach, und der weiße König bewegte sich.

Auf c6 könnte auch der Bauer b2 geschlagen worden sein. Er gelangte auf die c-Linie, indem er einen Springer (etwa auf c6) oder den Läufer f8 (etwa auf c5) schlug. Dann ist auf dem Brett entweder ein schwarzer Springer oder der Läufer g7 durch Bauernumwandlung entstanden. Der Läufer c8 wurde auf h3 geschlagen, die Dame d8 irgendwann auf e3. Der Bauer f7 kam auf die g-Linie und gelangte bis nach g2, indem er den Turm h1 oder den Läufer f1 schlug. Die andere weiße Figur wurde auf h5 geschlagen. (Oder der Bauer f7 schlug auf g6 und auf h5, und der Bauer g7 ging direkt bis g2.) Deshalb blieb keine Figur zum Schlagen mehr übrig, und der schwarze Bauer konnte von g2 aus nicht nach f1 oder h1, sondern nur nach g1. Wenn er sich in einen Läufer verwandelte, musste dieser, um zurück nach g7 zu gelangen, auf f2 Schach geben. Wenn er sich in einen Springer verwandelte, musste dieser, um zurück zu gelangen, auf f3 Schach geben. In beiden Fällen bewegte sich der weiße König.

Wenn der weiße König sich nicht bewegt hat, dann ist der weiße Turm,  der ursprünglich auf a1 stand, auf c6 geschlagen worden. (Er gelangte hinaus, nachdem der Bauer b2 mindestens bis b4 gezogen hatte oder von dem Läufer f8 oder von einem Springer geschlagen worden war.) Viel später gelangte dann der Turm, der ursprünglich auf h1 stand, nach a1. Auch in diesem Fall ist keine weiße Rochade möglich.

Die Voraussetzung, dass Schwarz rochieren darf, ist nötig, um sicherzustellen, dass weder der Turm h8 noch die Dame d8 auf c6 geschlagen wurde und später durch Bauernumwandlung wieder auferstand.

b)

Diesmal ist es möglich, dass Weiß rochieren darf. In diesem Fall geschah Folgendes: Der Bauer b2 verwandelte sich auf a8 in eine Dame oder in einen Springer. Auf dem Weg dorthin schlug er auf a7 eine schwarze Dame oder einen schwarzen Turm. Auf c6 wurde ein weißer Springer oder eine weiße Dame geschlagen (entweder die ursprüngliche Figur oder die durch Bauernumwandlung entstandene). Die Figur, die der auf a7 geschlagenen entspricht, entstand bzw.  entsteht dann auf g1, wobei auf f1 eine Figur dazwischen zog und der weiße König deshalb nicht ziehen musste. Danach gelangte diese Figur von g1 wieder ohne Probleme aus dem weißen Lager zurück.