Das Buch enthält 200 Rätsel aller Art, ca. 2/3 davon sind
Rätselgedichte. Zu allen Rätsel gibt es auch die Lösungen.
Quellen und Copyright
Leider haben wir trotz intensiver Suche weder biografischen Daten von Karl
Tobiasch noch aktuelle Rechteinhaber gefunden. Die Werke von Karl Tobiasch sind (wahrscheinlich) gemeinfrei, da deren Verfasser
(wahrscheinlich) vor mehr als 70 Jahren
verstorben ist. Jedenfalls sind die Werke vor mehr als 100 Jahren erschienen.
ist die Nummer des Rätsels in 200 Knacknüsse von Karl Tobiasch von 1924.
Vorwort
Liebe Leser(innen) und Löser(innen)!
Rätsel sind Wetz- und Prüfsteine des Geistes. Sie erproben des Lösers
Scharfsinn: Was hat der Rätselmann gemeint? Wo sind seine Spuren zu erspähn,
auf dass wir ihm folgen, bis wir ihn finden? Der Rätseldichter — der
allerdings nicht selten nur ein. armer Rätselreimer ist — hüllt sich gern in
halbdunkle Geheimnisse und fordert dann fröhlich auf: Nun, vermögt ihr die
verhüllenden Nebel zu durchdringen?
Das Rätselraten ist eine beliebte Beschäftigung von jung und alt; bringen
doch viele Zeitschriften regelmäßig Rätsel Dieses Raten verbindet glücklich
das Angenehme mit dem Nützlichen: Es unterhält und scheucht die Langeweile, es
schärft jedoch und stärkt auch den Verstand, fesselt und fördert die
Aufmerksamkeit und lehrt Geduld und zähes Beharren. — Wer an dem anregenden
Rätselraten kein Gefallen findet, ist meist langsamen Geistes oder trägen
Denkens. Wer sich jedoch fest in ein Rätsel verbeißt und trotz aller Irrgänge
unermüdlich dem wirklichen Weg zum Ziele zustrebt, der zeigt guten, festen,
zähen Willen. Aus solchen Buben und Mädeln, aus solchen Burschen und Mädchen
können einmal tüchtige, tatkräftige Männer und Frauen werden und solche
brauchen wir Deutsche, soll dem furchtbaren Niederbruch wieder ein
hoffnungsfrohes Erheben folgen. An tatenlosen Träumern und leicht verführten
Irren haben wir übergenug.
Seit Jahren pflege ich das Rätselraten im häuslichen Kreise und auch meinen
Zöglingen gebe ich hie und da, besonders über eine mehrtägige Freizeit, wie
Weihnachten und Ostern, Rätselnüsse zum Knacken Unter besonders günstigen
Umständen gibt es sogar Rätsel mit kleinen Preisen in Form künstlerischer
Karten oder guter Büchlein.
Wer Rätselnüsse knacken will, muss vor allem den Nüssen Geschmack abgewinnen
und ein gut Gebiss haben, d. h. Lust zum Lösen, und den wirklichen Willen
haben, den Kern zu gewinnen. Gelingt die Lösung auch nicht gleich, so lass
dich's nicht verdrießen, heutzutage kommen keine gebratenen Vögel mehr in den
Mund geflogen, denn das Schlaraffenland ist eben nicht mehr.
Wie sagt doch unser lieber Schiller? »Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen
ist der Mühe Preis.« Mit dem wollen wir’s halten.
Die Kunst der Rätsel ist schon in grauer Vorzeit geübt worden. Finden sich
doch schon in der Edda, unserer nordischen Bibel, Rätselgespräche. Aber auch
in späterer Zeit und selbst bei verschiedenen bedeutenden Dichtern begegnen
wir dieser Kleinkunst An erster Stelle steht Friedrich Schiller mit seinen formvollendeten Rätseln — auch
von Goethe ist mir ein schönes bekannt —, dann wären noch besonders zu nennen:
der gemütvolle Volksdichter Hebel, der Sprachkünstler
Rückert, der
Freiheitssänger Körner und der Denker
Schleiermacher. Das sind Beweise, dass
wir es nicht mit mäßiger Spielerei, sondern mit wirklichen Dichtungen zu tun
haben-
Die Knacknüsse treten in bunter Mannigfaltigkeit auf. Da gibt es Buchstaben-
und Silbenrätsel, doppelsinnige und mehrdeutige, also Sinnrätsel, Krebs-,
Wende- oder Rücklaufrätsel, Einschluss- oder Einschalträtsel, Umstell- und
Streichrätsel, Gleichklinger und Scherzfragen, Zaubergevierte, Zerleg- und
Zusammensetzaufgaben, Rechnungen und Zeichnungen, Rösselsprünge und Königszüge
u. a. m.
»Ja, wo sind denn dis Scharaden und mag ... « Halt ein! Hörst du denn nicht,
dass diese Wörter mit ihrem fremden Klang verraten, dass sie fremd sind, also
in der deutschen Sprache nichts zu suchen haben? Merke dir:
ist es meine Pflicht als Deutscher, deutsch zu sprechen
und zu schreiben;
sind die deutschen Namen schöner, ausdrucksvoller und verständlicher;
habe ich gar kein Recht, meine herrliche Muttersprache zu beflecken und zu
berauben; denn jedes Welschwort ist ein unreiner Fleck auf ihrem Kleid und
verdrängt mindestens ein deutsches, wodurch die Muttersprache verarmt.
Nun noch einen guten Rat. Ist es dir ernst mit dem Lösen, so nimm dir fest
vor, erst nach dem Knacken einer bestimmten Zahl (etwa 10) von Nüssen
nachzusehen; so wird das Raten zur rechten Willensschulung. Gut wär’s, du
verklebtest die Lösungsliste. Und nun Glückauf zur frisch-fröhlichen Fahrt in
der Verheißung Land! Möchten alle Leser(innen) zu Löser(inne)n werden!