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Rätselgedichte, Rätselreime

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200 Knacknüsse

von Karl Tobiasch

Das Rätselwerk von Karl Tobiasch ist sehr umfangreich, daher haben wir jedem Werk eine eigene Seite gewidmet: 300 Knacknüsse, 200 Knacknüsse.

 

200 Knacknüsse

Für Schule und Haus

Verlag: A. Pichlers Witwe & Sohn, Wien
Datum:
Seiten: 93
Das Buch enthält 200 Rätsel aller Art, ca. 2/3 davon sind Rätselgedichte. Zu allen Rätsel gibt es auch die Lösungen.
 

Quellen und Copyright

Leider haben wir trotz intensiver Suche weder biografischen Daten von Karl Tobiasch noch aktuelle Rechteinhaber gefunden. Die Werke von Karl Tobiasch sind (wahrscheinlich) gemeinfrei, da deren Verfasser (wahrscheinlich) vor mehr als 70 Jahren verstorben ist. Jedenfalls sind die Werke vor mehr als 100 Jahren erschienen.

Rätsel aus "200 Knacknüsse"

Falls Sie Javascript aktiviert haben, können Sie die folgende Tabelle sortieren, indem Sie auf eine Spaltenüberschrift klicken.

# Erste Zeilen des Rätsels
11802 Das Häuschen, das mich schützt, ist hart und manchen 19
11814 Kommt die Nacht mit ihrem Dunkel, scheint ein künstlich 68
11826 Die ersten beiden brauchst beim Lernen, sie helfen 141
11838 Zwei Worte sind mir heilig hehr, voll Ehrfurcht aus 108
11850 Die Zeichen in der Zeile, die steh'n in Reih und Glied 172
11853 Zwei Kratzer: sind es Krähenfüße? Sie liegen vor dem 195
11865 Die erste Silbe nennt ein Tier, das dir alljährlich Wärme 148
11877 Das erste ist ein Mittelhund mit spitzen Ohren, klugen 101
11889 Ein Vögelein mit spitzem Schnabel trinkt gern ein dunkel 46
11891 Von vorn ein Laden, von hinten ein Fett; von vorn durch 78
11904 Ich war einmal bei einem Essen, den Aufwand werd' ich 42
11916 Mit u ein Land in Afrika, mit e ein Ort, viel näher da. Mit 72
11928 Ich eile hin zum schönen Rhein und gieße meine Flut 120
11940 Stellt er sich hinter einen Stift, so wird er gleich zum 99
11942 Von vorn musst du Entbehrung leiden, von hinten aber 3
11953 Als Fabeldichter wohlbekannt, bin ich im Lesebuch 37
11965 Ich las einmal ein fein Gedicht. Stellt sich denn nicht ein 162
11969 Du kennst mich von den Vögeln her, beim Fressen dien' 74
11977 Das erste braucht der Wandersmann als Helfer seiner 145
11981 Die erste fühlst du häufig, sie spielt um Nase und Ohr 135
11989 Die ersten beiden sind ein Flieger, der Süße bringt und 176
11991 Mit M gleich' ich dem Kupfer und auch dem Golde fast. 6
11993 Die Kurzschrift Gabelsbergers war eine große Tat! ihm 200
12608 Mit l ist es ein altes Maß, mit b ist es ein großes Nass; 90
12619 1 2, 3, 4 schöne Blume, 4, 5, 6, 7 Feldgerät 159
12630 Zwei Kugeln rollen miteinander: die eine liegt auf dem 167
12631 Von vorne kann ich tragen, von hinten trüge ich; von 116
12642 Ich muss im Winkel stehen und hab' doch nichts getan! 36
12653 Die ersten beiden tut man lieben besonders, wenn die 69
12664 Ich bin getauft und heiße Paul. Willst wissen, wie ich 190
12675 Ich werde aus dem Erz gewonnen, durch Feuersglut in 132
12686 Ich bin bekannt als Rätseldichter und als Erzähler 47
12697 Ich bin ein scheußlich Ungetüm und lebe in der Sage. 156
# ist die Nummer des Rätsels hier bei uns
ist die Nummer des Rätsels in 300 Knacknüsse von Karl Tobiasch von 1924.

Vorwort

Liebe Leser(innen) und Löser(innen)!

Rätsel sind Wetz- und Prüfsteine des Geistes. Sie erproben des Lösers Scharfsinn: Was hat der Rätselmann gemeint? Wo sind seine Spuren zu erspähn, auf dass wir ihm folgen, bis wir ihn finden? Der Rätseldichter — der allerdings nicht selten nur ein. armer Rätselreimer ist — hüllt sich gern in halbdunkle Geheimnisse und fordert dann fröhlich auf: Nun, vermögt ihr die verhüllenden Nebel zu durchdringen?

Das Rätselraten ist eine beliebte Beschäftigung von jung und alt; bringen doch viele Zeitschriften regelmäßig Rätsel Dieses Raten verbindet glücklich das Angenehme mit dem Nützlichen: Es unterhält und scheucht die Langeweile, es schärft jedoch und stärkt auch den Verstand, fesselt und fördert die Aufmerksamkeit und lehrt Geduld und zähes Beharren. — Wer an dem anregenden Rätselraten kein Gefallen findet, ist meist langsamen Geistes oder trägen Denkens. Wer sich jedoch fest in ein Rätsel verbeißt und trotz aller Irrgänge unermüdlich dem wirklichen Weg zum Ziele zustrebt, der zeigt guten, festen, zähen Willen. Aus solchen Buben und Mädeln, aus solchen Burschen und Mädchen können einmal tüchtige, tatkräftige Männer und Frauen werden und solche brauchen wir Deutsche, soll dem furchtbaren Niederbruch wieder ein hoffnungsfrohes Erheben folgen. An tatenlosen Träumern und leicht verführten Irren haben wir übergenug.

Seit Jahren pflege ich das Rätselraten im häuslichen Kreise und auch meinen Zöglingen gebe ich hie und da, besonders über eine mehrtägige Freizeit, wie Weihnachten und Ostern, Rätselnüsse zum Knacken Unter besonders günstigen Umständen gibt es sogar Rätsel mit kleinen Preisen in Form künstlerischer Karten oder guter Büchlein.

Wer Rätselnüsse knacken will, muss vor allem den Nüssen Geschmack abgewinnen und ein gut Gebiss haben, d. h. Lust zum Lösen, und den wirklichen Willen haben, den Kern zu gewinnen. Gelingt die Lösung auch nicht gleich, so lass dich's nicht verdrießen, heutzutage kommen keine gebratenen Vögel mehr in den Mund geflogen, denn das Schlaraffenland ist eben nicht mehr.

Wie sagt doch unser lieber Schiller? »Arbeit ist des Bürgers Zierde, Segen ist der Mühe Preis.« Mit dem wollen wir’s halten.

Die Kunst der Rätsel ist schon in grauer Vorzeit geübt worden. Finden sich doch schon in der Edda, unserer nordischen Bibel, Rätselgespräche. Aber auch in späterer Zeit und selbst bei verschiedenen bedeutenden Dichtern begegnen wir dieser Kleinkunst An erster Stelle steht Friedrich Schiller mit seinen formvollendeten Rätseln — auch von Goethe ist mir ein schönes bekannt —, dann wären noch besonders zu nennen: der gemütvolle Volksdichter Hebel, der Sprachkünstler Rückert, der Freiheitssänger Körner und der Denker Schleiermacher. Das sind Beweise, dass wir es nicht mit mäßiger Spielerei, sondern mit wirklichen Dichtungen zu tun haben-

Die Knacknüsse treten in bunter Mannigfaltigkeit auf. Da gibt es Buchstaben- und Silbenrätsel, doppelsinnige und mehrdeutige, also Sinnrätsel, Krebs-, Wende- oder Rücklaufrätsel, Einschluss- oder Einschalträtsel, Umstell- und Streichrätsel, Gleichklinger und Scherzfragen, Zaubergevierte, Zerleg- und Zusammensetzaufgaben, Rechnungen und Zeichnungen, Rösselsprünge und Königszüge u. a. m.

»Ja, wo sind denn dis Scharaden und mag ... « Halt ein! Hörst du denn nicht, dass diese Wörter mit ihrem fremden Klang verraten, dass sie fremd sind, also in der deutschen Sprache nichts zu suchen haben? Merke dir:

  1. ist es meine Pflicht als Deutscher, deutsch zu sprechen und zu schreiben;
  2. sind die deutschen Namen schöner, ausdrucksvoller und verständlicher;
  3. habe ich gar kein Recht, meine herrliche Muttersprache zu beflecken und zu berauben; denn jedes Welschwort ist ein unreiner Fleck auf ihrem Kleid und
    verdrängt mindestens ein deutsches, wodurch die Muttersprache verarmt.

Nun noch einen guten Rat. Ist es dir ernst mit dem Lösen, so nimm dir fest vor, erst nach dem Knacken einer bestimmten Zahl (etwa 10) von Nüssen nachzusehen; so wird das Raten zur rechten Willensschulung. Gut wär’s, du verklebtest die Lösungsliste. Und nun Glückauf zur frisch-fröhlichen Fahrt in der Verheißung Land! Möchten alle Leser(innen) zu Löser(inne)n werden!

K. T.