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Rätselgedichte, Rätselreime

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Heinrich Möchel

Heinrich Möchel (* 13. Januar 1841 in Rochlitz an der Iser; † 1. Februar 1921 in Wien). Weitere biografische Daten sind uns nicht bekannt.

Siehe auch: Wikidata, Rochitz an der Iser

 

Neues Räthselbuch

Eine Sammlung von 300 der verschiedenartigsten Räthsel in Versen für jung und alt

Verlag: Verlag der K. und k. Hofbuchdrucker Fr. Winiker & Schickardt, Brünn. Buchhandlung Anton Reimann, Schwarzenbergstraße 8. WIEN
Datum:
Seiten: 72
Das Buch enthält 300 Rätsel mit Lösungen, aber nicht alle Rätsel sind Rätselgedichte.
 

Quellen und Copyright

Das Werk ist frei im Internet als PDF verfügbar (für alle, die Fraktur lesen können):

Die Werke von Heinrich Möchel sind gemeinfrei, da deren Verfasser vor mehr als 70 Jahren verstorben ist.

Rätsel von Heinrich Möchel

# Erste Zeilen des Rätsels
14903 Ein lieblicher Sänger Im grünen Gewand! Nun köpft ihn L-01
14914 Mit V ist's eine Zahl, Es würzt mit B das Mahl, Mit h ist L-46
14925 In Deinen Mußestunden Pflegst Du in ihm zu geh'n, R-06
14936 Das Erst' ist eine hohe Zahl Und eine Münzeinheit das S-12
14947 Wir zwei Brüder, Rau, doch bieder, Nasen um im tollen R-09
14958 Es mähte der Schnitter mein Wörtchen, Sang munter A-08
14969 Wer war es, der dem Iltis So lange stellte nach, Bis er K-07
14980 Zahllos mit N wirst Du's erblicken Beim Wandern durch L-23
14981 Mit B der Axt verwandt, Brech' ich den Widerstand Der L-72
14992 Das Erste ist das Gegenteil von hier, Das Zweite zeigt S-14
# ist die Nummer des Rätsels hier bei uns
ist die Nummer des Rätsels in Neues Räthselbuch von Heinrich Möchel von 1895. Die Rätsel sind kapitelweise nummeriert: L-nn (Logogriphe), S-nn Scharaden, R-nn (Rätsel), H-nn (Homonyme), A-nn (Anagramme und Palindrome), K-nn (Kapselrätsel, siehe unten), Z-nn (Ziffern- und Zahlenrätsel), F-nn (Scherzfragen), Q-nn (Quadraträtsel)
K Was Möchel mit Kapselrätsel bezeichnet, ist eine Art Rätsel ohne Maske, bei dem das Lösungswort in zwei benachbarten Wörtern versteckt ist. Beispiel: »Wer war es, der dem Iltis So lange stellte nach« → Emil

Vorwort

Ein Blick in die erscheinenden Jugendschriften, Familien und  Unterhaltungsblätter von heute zeigt, dass sich das Rätsel, dieser Prüf- und Wetzstein der Verstandesschärfe und der Urteilskraft, einer stets wachsenden Beliebtheit bei jung und alt erfreut. Ja selbst in den Schullesebüchern wird diesem Hervorrufer der Geistesfunken ein wie es im Rahmen des zu bewältigenden Lehrstoffes eben nur möglich bescheidenes Plätzchen eingeräumt.

Aus der Geschichte des Rätsels sei hier nur angeführt, dass die Entstehung desselben bis in die älteste Geschichte aller Völker zurückreicht. Bei den Gastmählern der Griechen spielte der »Griphos« eine wichtige Rolle, und die glücklichen Löser wurden durch Bekränzung ihres Hauptes ausgezeichnet. Auch unseren Vorfahren, den alten Deutschen, waren die Rätsel bekannt, wie u. a. die Eddalieder und der Sängerkrieg auf der Wartburg beweisen.

Anleitungen und Regeln zur Auflösung der Rätsel lassen sich nicht geben und aufstellen. Übung und natürliche Anlage machen auch hier, wie in allem, den Meister.  Mit Vorliebe dem Rätseldichten zugetan, ist im Laufe der letzten Jahre eine nicht unbedeutende Anzahl dieser im wahren Sinne des Wortes reizenden, unterhaltenden und neckischen Geisteskinder meiner Feder entsprungen, von denen wohl mehrere schon hie und da, besonders in der trefflichen, unter der Leitung des Bürgerschul- Direktors Franz Rudolf in Reichenberg erscheinenden Jugendschrift: »Österreichs deutsche Jugend« zum Abdrucke gelangt sind. Der größte Teil derselben jedoch tritt hier zum ersten male an das Licht der Öffentlichkeit, und ich hoffe, dass sich alle einer recht freundlichen Aufnahme von Seite aller Denklustigen zu erfreuen haben werden.

In dieser frohen Erwartung übergibt die vorliegende Sammlung allen Freunden erfrischender Geistestätigkeit und Urteilsschärfung

Wien im Oktober 1895.
der Verfasser.

Einteilung der Rätsel

[Hierin herrscht in den verschiedenen Rätselbüchern und Unterhaltungsblättern keine Übereinstimmung. Die hier gewählten Bezeichnungen dürften wohl unanfechtbar sein]

Sämtliche Rätsel lassen sich im allgemeinen einteilen in:

A. Worträtsel, bei deren Darstellung nur Lautzeichen zur Anwendung kommen.Die Worträtsel zerfallen in:

I. Buchstabenrätsel (Logogriphe), bei welchen durch Weglassung, Versetzung oder Einschiebung von Buchstaben neue Wörter mit geänderter Bedeutung gebildet werden.

II. Silbenrätsel (Charaden), bei welchen man die einzelnen Silben durch Umschreibung andeutet und hierauf das ganze Wort noch einmal zusammenfasst. Eine Abart hievon ist eine gegebene Anzahl von Silben, die zu Wörtern zusammenzustellen sind.

III. Gewöhnliche Rätsel, umschreibende Darstellungen eines nicht genannten Gegenstandes.

IV. Doppelsinnrätsel (Homonyme), gleichlautende Wörter mit verschiedenen Begriffen.

Hierher gehören auch die Betonungsrätsel, deren Sinn sich ändert, je nachdem der Ton auf die eine oder andere Silbe des Wortes gelegt wird; ferner die Trennungsrätsel, Wörter, die getrennt eine andere Bedeutung haben, als wenn sie vereint ausgesprochen werden. [→ Homoionyme]

V. Anagramme, bei denen sich der Stand der Silben verändern lässt und neue Begriffe entstehen, und Palindrome (Rückläufer oder Wenderätsel), welche vor- und rückwärts gelesen gleich lauten, oder welche, vor- und rückwärts gelesen, eine andere Bedeutung geben.

VI. Kapselrätsel, welche das zu erratende Wort eingeschlossen (eingekapselt) enthalten.

B. Ziffern- oder Zahlenrätsel (Arithmogriphe), bei welchen statt der zu erratenden Buchstaben Ziffern gesetzt werden.

C. Scherzrätsel, Wort- und Witzpiele, bei denen es meist nur auf eine Irreführung des Lösers abgesehen ist, und Scherzfragen, deren Beantwortung in der Regel weniger Kopfzerbrechen verursacht.

D. Quadraträtsel, Zauberquadrate oder magische Quadrate, bei welchen die in den Feldern gegebenen Buchstaben so zu verstellen sind, dass beim Lesen in wagrechter und senkrechter Richtung gleichlautende Wörter entstehen.