Bunt und Kraus, wer bringt's heraus?
Ausgabe
| Verlag: | Kepplerhaus G.m.b.H, Stuttgart-S |
| Datum: | 1934 |
| Seiten: | 63 |
Antiquarisch erworbenes Buch. Die Werke von Margarete Langen sind (wahrscheinlich) gemeinfrei, da deren Verfasserin (wahrscheinlich) vor mehr als 70 Jahren verstorben ist; jedenfalls ist das Buch vor mehr als 90 Jahren veröffentlicht worden.
In Vorbereitung.
| # | Erste Zeilen des Rätsels | ∞ |
|---|---|---|
| # | ist die Nummer des Rätsels hier bei uns |
| ∞ | ist die Nummer des Rätsels in Rätselspiele von Margarete Langen von 1934 |
Wir müssen sorgen, dass das Rätsel wieder eine Heimat bei unseren deutschen Kindern findet; denn es ist wertvolles altes Volksgut. Ursprünglich wohl waren es die Träume, die der primitive Mensch sich zu deuten suchte. Sie waren Rätsel, die mit tiefem Ernst nach Lösung riefen.
So lesen wir in der Edda von Odin, der hinauszog, um den Sinn der Träume, die den lichten Baldur erstreckten, zu erfahren. Rätsel waren auch die Runen, deren Sinn die alten Germanen errieten. Es gab auch Rätsel, von denen Tod und Leben abhing. Das waren die Halslösungsfragen. Sie sind uns heute noch aus den Märchen bekannt. lm Wafthrudnislied der Edda heißt es: »Nimmer kehrst du, bist du der Klügere nicht, aus meiner Halle heim.« Die Klugheit des Gastes pflegte man durch eine Weisheitsfrage auf die Probe zu stellen.
Mit der fortschreitenden menschlichen Erkenntnis löste sich das Rätsel aus diesen Zusammenhängen; es wurde frei für Freude und Scherz. Und die meisten alten Volksrätsel haben ein herzhaftes Lachen in sich. Urwüchsig und kräftig ist ihre Sprache und voll verborgener Weisheit ihr Sinn. Und wahr ist's, dass wir an ihnen gesunden können. Denn die verhaltene Freude, die ihnen inne ist, die kann ja jedweder haben, der das Rätsel zu sich sprechen lässt. Und die Worte, die schon durch so manch Jahrhundert gegangen, sie künden heute mehr denn wie von alter deutscher Art und Sitte. Deutsche Jugend muss wieder kennen, achten und pflegen, was aus den Quellen des Volkstums sprudelnd emporquillt.
Dies Büchlein will nur eine bescheidene Hilfe dazu tun. Das meiste ist von Kindern gesammelt, daneben auch manches aus Rätselbüchern, Zeitschriften und Lesebüchern herausgenommen. Auch einige neuerdachte Rätsel sind darinnen. Das Bächlein ist vom Kinde her entstanden und für das Kind gedacht und dürfte von daher seine Berechtigung haben.
Eine scharfe Scheidung zwischen reinem Volksrätsel und Dichterrätsel ist nicht möglich. Manche Dichterrätsel sind so sehr ins Kinderland hineingegangen, dass sie immer und überall wieder auftauchen. Die mundartlichen Rätsel in ihrer eigenen Art führen uns mitten hinein in die herbe und starke Bildhaftigkeit unserer Muttersprache.
Da die Scherzfragen bei Kindern so sehr beliebt sind, fanden sie besondere Berücksichtigung, wenngleich ihr Wert nicht dem der Rätsel völlig gleichkommt.
»Wer entdeckt, was hier versteckt?« das verlangt mitunter recht viel Scharfsinn und schult im Denken. In dieser Art lässt sich mit den Kindern noch manches selbst erfinden.
Margarete Langen
Schlipköter, A.‚ Allerlei Kurzweil im Hause. Hamburg: Verlag Agentur des Rauhen Hauses G.m.b.H., 1929
Ammer, F.‚ Neuester Rätselschatz. Reutlingen: Verlag Enßlin & laiblin, 192l
Hesse, J., Wer tut mit? Ein fröhliches Spiel- und Rätselbuch. Stuttgart: Verlag D. Gundert, 1924