Alfred Kastil
(* 12. Mai 1874 in Graz, † 20. Juli 1950 in
Schönbühel/Niederösterreich) war ein österreichischer Philosoph und von 1912
bis 1933 ordentlicher Professor für Philosophie in Innsbruck.
Das Buch enthält 30 Rätsel, 100 Homonyme, 20 Palindrome, 53 Scharaden,
17 Steigerungsrätsel, 19
Logogriphe und 7 alte Volksrätsel. Bis auf die 7 Volksrätsel handelt es sich
um niemals zuvor veröffentlichte Rätsel. Die
Lösungen liegen in einem verschlossenen Kuvert bei.
Quellen und Copyright
Die Werke von Alfred Kastil sind ab 1.1.2021 gemeinfrei.
Aenigmatias
Unter dem Pseudonym Aenigmatias hat Franz Brentano
sein berühmtes Rätselbuch veröffentlich. Alfred Kastil war ein großer Verehrer
Brentanos und zeitweise Erzieher dessen Sohnes in Florenz. Der Buchtitel ist
also eine Hommage an Brentano, der die Wiener Rätselschule (Brentano,
Arnold, Neumann, Kastil,
Wolff, Bondy,
Horwitz, u. a.) begründete.
Komparative Homonyme: Die eine Bedeutung ist ein Komparativ, die andere ein
Substantiv. Beispiel: forscher (Komparativ von forsch) und Forscher (Person,
die auf einem Gebiet [wissenschaftliche] Forschung betreibt)
Ihrer großherzigen Freundschaft danke ich es, dass ich die Jahre der
Zwingherrschaft und der Kriegsschrecken im Frieden Ihres schönen alten
Hauses über der Donau, der Arbeit am Nachlasse Ihres Vaters hingegeben, unter
seinen Büchern, Briefen, Vorlesungen, Diktaten und Entwürfen verbringen
durfte. Hier hat sich ihm manches neue Problem und für nicht wenige, um die
sich die Philosophen vor ihm gemüht hatten, die Lösung eröffnet. Hier fand
sein rastloser Geist aber auch im heiteren Rätselspiele, im Entfalten und Gestalten der vielen, vielen Einfälle Entspannung, die dann den Auflagen seines
berühmt gewordenen Rätselbuches »Aenigmatias« zugute kamen, welche der
ersten, vor nun fast sieben Jahrzehnten erschienenen nachfolgten. Es ist
kaum denkbar, dass ein mit der Atmosphäre des Schönbüheler Brentano-Hauses
Begnadeter nicht seines Geistes einen Hauch verspürte, und so geschah es,
dass dem nun auch schon zum Greise gewordenen Enkelschüler Franz Brentanos
zuweilen des Morgens beim Erwachen, wie vom Hausgeist zugeflüstert, ein
Einfall kam, dem er dann, ohne Anspruch mit dem Unnachahmlichen in Wettbewerb
zu treten, Gestalt zu geben suchte.
Nehmen Sie, verehrte Freunde, dieses unterm Dach des Aenigmatias entstandene
Büchlein hin als ein Zeichen meiner dankbaren Verbundenheit.
Schönbühel a. D., im Herbst 1947.
Alfred Kastil
Scharade zum Eingang (2+1 Silben)
Mein Erstes drückt den Kopf Dir schwer,
Wenn's weicht, fühlst Du Dich umso mehr.
Es weicht? O nein! ist's doch die Welt
Und Du, in sie hineingestellt.
Das Zweite ist bei uns zu Land
Wo nicht berühmt, doch viel genannt.
Bald nennt man's grob, bald nennt man's fein,
Bald fasst es um, bald fasst es ein,
Bald schützt's den Fuß, bald schmückt's die Hand,
Und durch ein indiskretes Band
Hat es am Sitz der Götterwelt
Ein hohes Paar einst bloßgestellt.
Vom Staat bedarf zur Profession
Ich Ganzes keiner Konzession,
Drum sei auch Dir es leicht gemacht:
Ich bin es selbst, der mich erdacht.