An einem Palast hoch erhaben,
Da stehen der Schildwachen zwei,
Ihr Herr hat ihnen anbefohlen:
Lasst niemand unbemerkt vorbei!
Sie transportieren unverdrossen,
Was sie ertappten, zu dem Herrn,
Und der hält fest, was ihm gefällig,
Das Läst'ge schickt, er in die Fern'.
Oft bringen sie so schlimme Gäste,
Dass Krieg das ganze Haus erfüllt,
Da braust es heftig aus den Toren,
Die rote Fahne flattert wild;
Und Ströme stürzen aus den Fenstern,
Der Schornstein dampft, es bebt der Grund.
O, könntet ihr das Haschen lassen,
Wie oft, ihr Wachen, wär's gesund.
Doch wenn ein Feind euch hat verwundet,
Wenn Alter eure Kräfte brach,
Dann wohnt der Herr in öder Klause,
Vereinsamt, trüb, in Weh und Ach.
Er kann die Wachen nicht ersetzen,
Noch nie er andre sich gewann;
Unnütze Diener muss er nähren,
So fordert es des Schicksals Bann.
Neugierig starrt er aus den Fenstern,
Guckt den Vorübergeh'nden nach,
Ein jeder, denkt er, will ihm schaden,
Nie ist er ruhig unterm Dach.
Hoch muss den Herren ich verehren,
Dem heit'rer Fried’ im Hause thront,
Wenn seine Wachen treulos werden,
Und ew'ge Stille ihn umwohnt.
die Ohren