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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 14705

von Alfred Neumann

Rätsel

Sieh mich vor dir, die keinen Augenblick ich von dir weiche,
Auch wenn du glaubst, ich sei für immerdar vertrieben:
Du irrst. Ich bin ja doch bei dir geblieben
Zu jeder Zeit, zu jeder Stunde, ich, die traurigbleiche
Genossin deines Seins vom ersten Augenblick,
Da du des Lebens tiefern Sinn bereits begriffen,
Das Meer, in dem du schwimmst, mit seinen rauen Riffen,
An denen leicht das Schiff zerschellt, will's das Geschick.

Ich bin am Steuer, lass die Segel raffen oder falten,
Ich leit die Fahrt vom Anfang bis zum Ende,
Mich siehst als Herrin du in deinem Hause schalten,
Und siehst sie, meine magern, runzelreichen Hände,
Die Hände, denen deine gramerfüllten Blicke galten ...
Was hilft's, dass du vergessen willst bei Liebe, Trunk und Spiel?

Blick nur vor dich, um gleich mich zu erkennen!
Und wenn die Liebste dir auch noch so sehr gefiel,
Und wenn der Würfel dir auch noch so günstig fiel,
Ich bin's, die ich zuletzt die Hand dir reiche:
Du weißt ja, wer ich bin, ich brauch mich nicht zu nennen –
Sieh mich vor dir, die keinen Augenblick ich von dir weiche!

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Die Sorge

Verweise

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