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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 14668

von Westphal

Rätsel

Ich kenne eine Pflanze,
Ein Gärtner zog sie nicht;
Die keimt aus dem Gemüte
Entfaltet ihre Blüte
Im höhren Sonnenlicht.

Aus ihrer vollen Knospe,
Entwickelt wunderbar
Sich eine Zwillingsblume.
Und beut zum Eigentume
Dir ihre Krone dar.

Die erste dieser Blumen,
Die blühet spät und früh,
Trotz allem Sturm und Wetter
Verwelken ihre Blätter,
Stirbt ihre Blüte nie.

Die andre gießt erquickend,
Aus ihrem Kelch heraus
Der Düfte süße Fülle,
Und streuet in der Stille
Die Segenskörner aus. —

O nenne mir die Pflanze,
Die hier kein Gärtner zieht,
Die Blumen, deren Blätter
Nicht welken, die im Wetter
Noch über Gräber blüht;

Die wunderschöne Blume,
Die täglich sich erneut,
Die in bescheidner Hülle,
Der Düfte süße Fülle,
Die Segenskörner streut.

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Glaube, Liebe, Hoffnung

Verweise

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