Wie Land der Errettung im freundlosen Meer,
Gingst du mir am Horizont auf.
Entledigt der Fesseln, sie drückten so schwer,
Geht nun zu den Sternen mein Lauf.
Er.
Aus Liebe, du trugst sie, vor allen, zu mir,
Scheint, was ich dir wurde so groß.
Mehr holde Geliebte verdank' ich ja dir:
Du schufst mein unsterbliches Loos.
Sie.
Und habe Unsterblichkeit dir ich geschenkt:
So gabst du die Ewigkeit mir.
So lange man deiner bewundernd gedenkt,
Gedenkt man auch meiner mit dir.
Er.
So gütig, du Liebliche? bist du mir nun;
Denn bin ich gleich Einzig durch dich;
So rühmst du den Göttern mein sterbliches Thun
Als wärest du Einzig durch mich.
Der Hörer
So spreche der Götter geheiligter Mund,
Den nimmer die Lüge entweiht! —
Gebt, heilige Götter! den Liebenden kund,
Wer Sieger im edelsten Streit?
Unsichtbarer.
Bestimmt für einander vom mächtigen Zeus,
Ihr Guten! was streitet ihr euch? —
Liebt ewig einander, dem Vater zum Preis —
Vor ihm sind wir alle uns gleich!
Wieland
Man beachte, dass die ersten beiden Worte »Wie Land« bereits die Lösung verraten.
Christoph Martin Wieland (* 5. September 1733 in Oberholzheim bei Biberach an der Riß; † 20. Januar 1813 in Weimar, Sachsen-Weimar-Eisenach) war ein deutscher Dichter, Übersetzer und Herausgeber. Wieland war einer der bedeutendsten Schriftsteller der Aufklärung im deutschen Sprachgebiet und der Älteste des klassischen Viergestirns von Weimar, zu dem neben ihm Johann Gottfried Herder, Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller gezählt werden.