Hörst Du von einem Mann erzählen,
Dir unbekannt, der Seltnes tat,
(Du magst den Mark Aurel erwählen,
Den Nero, oder Herostrat)
So schwebt bei einer solchen Kunde,
Die Erste schnell von deinem Munde.
Hörst du von einem Manne sagen,
Dass er, ein Stern der Tapferkeit,
Des Feindes Riesenmacht geschlagen,
Die Heimat mit dem Blut befreit:
So kannst du zweifelsfrei ermessen,
Dass er die Zweite reich besessen.
Hörst du von einem Manne sprechen,
Der schwerer Taten sich bewusst,
Wo sich die Eumeniden rächen
Durch Hölle in der eignen Brust?
Glaub' fest, ihm ist, bei allem Glanze,
Das Leben bitter, wie das Ganze.
wer + Mut = Wermut
Herostrat (Bildungssprache) = Verbrecher aus Ruhmsucht
Die Erinnyen oder Eumeniden, bei den Römern als Furien bezeichnet, sind in der griechischen Mythologie die drei Rachegöttinnen: Alekto, »die (bei ihrer Jagd) Unaufhörliche«, Megaira (auch »Megäre«), »der neidische Zorn« und Tisiphone (auch »Teisiphónē«), »die Vergeltung« oder »die den Mord Rächende«.
Nero Claudius Caesar Augustus Germanicus (* 15. Dezember 37 in Antium; † 9. oder 11. Juni 68 bei Rom) war von 54 bis 68 Kaiser des Römischen Reiches. Obwohl die ersten Jahre seiner Herrschaft sehr positiv wahrgenommen wurden, wurde Nero von den senatorischen Geschichtsschreibern (wie Tacitus oder Sueton) als Gewaltherrscher beschrieben. Um ihn ranken sich zahlreiche Skandalgeschichten, die ihn als verschwendungssüchtigen, grausamen und wahnsinnigen Kaiser beschreiben. Am bekanntesten ist der Große Brand von Rom, den Nero gelegt haben soll, um einen neuen Palast zu bauen. Von der neueren Forschung wird Neros Urheberschaft allerdings angezweifelt.
Mark Aurel (* 26. April 121 in Rom; † 17. März 180 in Vindobona) war von 161 bis 180 römischer Kaiser und als Philosoph der letzte bedeutende Vertreter der jüngeren Stoa. Mit seiner Regierungszeit endete in mancherlei Hinsicht eine Phase innerer und äußerer Stabilität und Prosperität für das Römische Reich,