Erstes Silbenpaar.
Noch gestern ließ ich wohl die Blättchen hangen,
Das Köpfchen hielt ich tief gebückt,
Und heute siehst du mich im Brautschmuck prangen,
Mein Duft und Farbenschmelz entzückt.
Ein Wandrer kam, weiß wahrlich nicht, von wannen,
Sie sprechen — weit her durch die Luft;
Er flüstert' sanft — »sollst Blümchen dich ermannen« —
Und gab mir kosend Schmelz und Duft.
Zweites Silbenpaar
Lass, Mädchen! — bitte — mich ein Weilchen blühen!
Ich gönne dir ja Blüt' und Kranz;
Mir winket der Geliebte — mag nicht ziehen
Mit dir in deinen wilden Tanz.
Auch droht aus meinem heitern Kelche — schaue!
Ein Zauberhalbkreis — glühendrot;
Der Knabe lauscht nicht fern — kein Mädchen traue
Dem Schalk! Er bringt nur süße Not.
Ganzes.
Du denkst vielleicht — weil von dem zarten Saume
Des Kelches dir die Hoffnung strahlt —
Du denkst, berauscht vom süßen Jugendtraume,
Es sei das Glück, was dort sich malt.
Doch zwischen Liebe sich und Hoffnung stellen
Im Farbengürtel Trug und Wahn,
Und spiegelhelle Fluten bergen Wellen
Zum Grab für deinen Freudenkahn.
Regen + Bogen = Regenbogen