Zweitausend Jahre sind es, —
So wurde mir erzählt, —
Dass, aller Welt zur Freude,
Ein König sich vermählt,
Ein winzig kleiner König,
Der herrscht im kleinsten Reich —
Und die zum Weib er kürte,
Ist an Gestalt ihm gleich;
An Mut jedoch und Stärke
Sie weit ihn überragt,
Denn dieser kleine König,
Er ist gar sehr verzagt.
In allen seinen Schlachten
Da kommandiert nur sie,
Und kampfesmutig folgt ihr
Kavall- und Infant'rie.
Und nimmt man sie gefangen, —
Denn fallen kann sie nicht, —
Dem armen, kleinen König
Das Herz im Leib' schier bricht;
Dann oft wohl, kampfermattet,
Ergibt er sich dem Feind
Und wird mit seinem Weibchen
Gefangen schnell vereint.
Zweitausend Jahr' schon leben
In steten Kämpfen sie
Und freu'n sich uns'rer Liebe
Und uns'rer Sympathie.
Ihr fragt nicht, wie sie heißen,
Kennt sie ja ganz genau,
Und ruft: »Hoch leb' der König!
Hoch seine kleine Frau!«
Schachkönig und Schachkönigin