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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 14296

von Eduard Prosch

Homonym

[1]Es ist ein wirklich seltsam Wesen,
Oft ist es scharf, oft stechend, spitz;
Es kann in allen Sprachen lesen
Und macht doch oft nur schlechten Witz.

[2]Oft dient es, das Gewicht zu messen,
Und zeiget Dir es auf ein Haar.
[3]Gekocht kannst Du das Ding auch essen,
Du isst es mit dem Dinge gar.

[4]Oft lebt es in dem größten Reiche,
Dann ist es geistlos, kalt und flach;
[5]Oft spricht's der Weisheit Sinn und Zeichen
In tausendfält'gen Formen nach.

[1]Es wird dies Ding, das, wohl verwahret
Im engem Raume, sticht und schlägt,
Nur dann dem Ohre offenbaret,
Wenn es dazu sich selbst bewegt.

Lösung anzeigen

Zunge

Anmerkungen

1. bewegliche Organ im Mund; 2. Teil der Balkenwaage, der das Gleichgewicht zeigt; 3. Schweinszunge, Rindszungen; 4. Seezunge im Tierreich? 5. Sprache?

Quelle

Sphinx. Räthsel-Gedichte von Eduard Prosch. Verlag Alexander Duncker, Berlin, 1856. Nummer 36.

Verweise

Homonyme