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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 14282

von Eduard Prosch

Homonym

[1]Bald eilt es hin mit Blitzesschnelle,
[2]Bald steht es unbeweglich fest.
So schau'st Du's von derselben Stelle
In Nord und Süd, in Ost und West.

Nur klein erscheint es Deinen Sinnen,
Doch ist es wahrlich riesengroß.
Es scheint als Nebel zu zerrinnen
In weit'ster Ferne formenlos.

Doch ist's ein Werk von festen Massen
Und leuchtet heller wie der Schnee.
Und was es ist, — wer kann es fassen?
Kein Menschenfuß betrat es je.

[3]Bisweilen ruht es auf dem Herzen
Und fühlt der Pulse warmen Schlag;
Wenn Milde heilt des Kummers Schmerzen,
Dann strahlt es hell am hellen Tag.

[4]Und schau'st Du Deinem Freund ins Auge,
So nah' Du kannst, so fest und treu,
Als prüftest Du, wie viel er tauge,
So siehst das Ding Du auch dabei.

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Stern

Anmerkungen

1. Sternschnuppe, Komet; 2. Fixstern, Sonne; 3. ?; 4. Augenstern (poetisch für jemanden, den man sehr liebt)

Quelle

Sphinx. Räthsel-Gedichte von Eduard Prosch. Verlag Alexander Duncker, Berlin, 1856. Nummer 31.

Verweise

Homonyme