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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 14265

von Carl Julius Asschenfeldt

Logogriph

Bei Göttingen standen zwei Schlösser,
Es wohnten zwei Brüder drin,
Durch Liebe zum Mädchen entzweiet,
Ward rau und feindlich ihr Sinn.

Schon Jahrelang währte die Fehde,
Das Herz, wie die Burge von Stein;
Und keiner der feindlichen Brüder
Ging mehr zu dem andern hinein.

Da lagen am Fenster sie beide,
Mit glühenden Augen von Zorn,
Und starrten hinüber, herüber,
Ein jeder dem andern ein Dorn!

Und beide greifen zur Armbrust,
Gedanken im Busen von Mord;
Es schwirrt von der Senne der Bolzen
Und jeder den Bruder durchbohrt.

So wurde von ihrem Namen
Die erste der Lettern getrennt,
Und was nun die Armen geworden,
Das jetzige Wort dir benennt.

Die stolzen Burge zerfielen
Bald nach den Brüdern in Staub.
So werden ja Herzen und Burge
Der Zeit und dem Tode zum Raub!

Und wiederum trenne vom Worte
Die erste der Lettern – dann steht
Ein grünendes Mal auf den Trümmern,
Vom Sturme durchrauscht und durchweht.

Und siehe! Die herrlichen Trümmer
Umfassen das dreifache Wort.
Vergänglich ist alles auf Erden,
Doch waltet ein ewiger Hort!

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(unbekannt)

Anmerkungen

?, Leiche(n), Eiche(n)

Quelle

Eidora, Taschenbuch auf das Jahr 1826,  Nr. 11. Herausgegeben von Hans Gardthausen. Erschienen in den Verlagen Carl Cnobloch, Leipzig, und Carl Busch, Altona.

Verweise

Logogriphe, Forum