Wie man den Vogel an den Federn kennt,
So kenn' ich Dich an Deiner Feder;
Da mir Dein Rätsel meinen Namen nennt,
Errat' den Deinen hier ein jeder.
Drum warte Freund, ich will als Rätselschmied
Im Silbenlied' à jour Dich fassen;
Du triffst Dich groß und klein auf jedem Schritt,
Wirst hart und schwer Dich liegen lassen.
Du trafst auf Dich als Anstoß unverhofft,
Wenn man Dich warf Dir in den Gleisen,
Bei manchem hattest Du im Brett Dich oft,
Du suchtest Dich als den der Weisen.
Du bist gewichtig, selbst sogar Gewicht,
Bist Dir vom Herzen oft gefallen;
Du drucktest durch Dich selber Dein Gesicht,
Ich meine Dein Geschlecht in Allen.
Doch Du, dem schon ein hoher Rang gebührt,
Du blitzest reich im edeln Feuer,
Nicht ungeschliffen, glänzend und poliert,
Bist Deine Freund' und Feinde teuer.
Und bist Du gleich verwiesen und verbannt,
Wird man Dich doch auf Händen tragen;
Und selbst – verzeih' – als Schönster nicht genannt,
Legt gern die Schöne Dich am Busenkragen.
Wenn ich hier Dein Inkognito verriet,
Muss ich Apollos Nachsicht hoffen;
Genug wenn ich – Dein vielbesagter Schmied, –
Den Nagel auf den Kopf getroffen.
Saphir
à jour = aktualisiert, auf dem neuesten Stand