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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 12564

von August Müller

Scharade (2+2 Silben)

Wir sind ein Dutzend Zeichen,
Ein Doppel Silbenpaar,
Und beide Paare gleichen
Sich an der Zeichen Schar.

Die ersten Sechse nennen
Dir eine böse Zahl;
Die letzten Sechse brennen
Im Ofen wohl einmal!

Das ganze Dutzend stehet
Auf Felsengrund gebaut. –
Wenn man von Meißen gehet
Nach Dresden, wird's geschaut!

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Sieben + Eichen = Siebeneichen

Anmerkungen

Siebeneichen ist (heute) ein Stadtteil von Meißen im Landkreis Meißen, Sachsen.

Die Böse Sieben bezeichnet ein zänkisches Weib. Die Bezeichnung ist aus einem Kartenbild abgeleitet, das eine zankende Korbmachersfrau darstellte, die von ihrem Mann ein Tracht Prügel erhält. Das Kartenbild basiert auf einer Geschichten von Montanus (1565):

Ein Korbmacher fordert eines Tages nach der Fertigstellung eines Korbes seine Frau auf, zu sagen: Gott sei gelobt, der Korb ist gemacht; da die Frau sich halsstarrig weigert, erfolgt eine starke Züchtigung derselben. Der gerade vorbeigehende Voigt wird ein Zeuge des Streits, erfährt den Anlass und muss, als er den Vorfall seiner Frau erzählt, erleben, dass diese erklärt, sie würde jenes Wort ebenso wenig sprechen, selbst wenn sie zerrissen würde. Darauf erhält auch sie eine scharfe körperliche Züchtigung. Ihre Magd hat es mit angesehen und überbringt es brühwarm dem Knecht im Stall, indem sie halsstarrig die gleiche Weigerung ausspricht und nun die gleiche Züchtigung empfängt. »Also ward des Körbelmachers Frau, die Vögtin und ihre Magd, alle drei auf ein Tag, eins Korbs wegen, tapfer geschlagen.«

Verweise

Scharaden