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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 12495

von Friedrich Zuckschwerdt

Scharade (1+1+1 Silben)

Die erste Silbe.

Mich lebt nur des Helios feurige Glut,
Im Süden, da haus' ich mit schrecklicher Wut;
Und wehe dem Trotzkopf, der Widerstand tut!
Ihn schützt keine List, keine Flucht und kein Mut,
Und wünscht er von mir ungefressen zu bleiben,
So kann er nichts tun, als sich selber entleiben;
Denn bleiche Kadaver begehr' ich nicht,
Die Lebenden wähl' ich mir nur zum Gericht.

Die zweite Silbe.

Den Rang, den unter den Tieren die Milben
Behaupten, behaupt' ich unter den Silben;
Drum will ich von mir nicht viel Aufhebens machen;
Man möchte mich, als Egoisten, verlachen.

Die dritte Silbe.

Es sind hier auf Erden fünf leibliche Brüder,
Im Handeln und Wirken sich gar nicht zuwider;
Doch mögen sie niemals zusammen ausgehn,
Und haben sich nie bei einander gesehn.

Nur zwei von ihnen sind Zwillingsbrüder,
Sie leben und gehen zusammen, die zwei,
Und sind sich, wie Damon und Pythias, treu;
Und wo sie nur gehn, da ertönen auch Lieder;

Und wer sie nur kennet, der wünscht sie zurück,
Empfängt sie mit fröhlichem, heiterem Blick.
Sie bringen auch freundliche, liebliche Gaben,
Die selber sie eben geschaffen haben.

Der Eine vom lieblichen Paare bin ich,
Der göttlichen Dichtkunst vermähl' ich mich;
Dagegen der andre die Schwester bekam,
Da er die natürliche Prosa sich nahm.

Das Ganze.

Was endlich das Ganze ist, wird nun gefragt:
Nichts andres, als was schon das Erste dir sagt.

Lösung anzeigen

Pest + i + Lenz = Pestilenz

Anmerkungen

Damon und Phintias sind die Helden einer antiken Erzählung aus dem 4. Jahrhundert v. Chr., in der die Freundschaft und Treue der beiden verherrlicht wird. Schauplatz ist die Stadt Syrakus.

Verweise

Scharaden