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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 12421

von Rudolf Treichler

Homonym

[1]Sie schwebt so leicht und zart dahin,
Anmutig, ohne Schwere —
Erfreut des Menschen Augensinn,
Wie aus entrückter Sphäre.

[2]Sie sammelt mit Geschwistern traut
Sich zu dem schönsten Kleide,
Das ihr an einem Weisen schaut,
Zu eurer Augenweide.

[3]Von ihr da nahm in alten Zeiten
Der Mensch sie sich, das Einzelstück,
Mit ihr auf abertausend Seiten
Zu malen Freud und Missgeschick.

[4]Doch heute freilich wirkt verwandelt
Ihr Wesen, fast so hart wie Stahl:
Auch sie, sie zeichnet, kündet, handelt
Von des Besitzers Glück und Qual.

[5]Zuletzt dann wandelt sie sich wieder
Zu rund gebognem Instrument,
Das webt in stetem Auf und Nieder
Und treib manch Werk — fast ohne End.

Weit ist sein Weg von luftigen Höhen
In Erdenfron und Erdgeschick,
Von heitrem Schweben, atmend Weben
Zu angespannter Arbeit Glück.

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Feder

Anmerkungen

1. Vogelfeder; 2. Federkleid; 3. Schreibfeder, Federkiel; 4. Füllfeder; 5. Stahlfeder, Feder in einer Uhr

Verweise

Homonyme, Treichler