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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 11534

von Immanuel Gottlieb Moser

Rätsel

Manch Ding, das klar in die Sinne fällt,
Gelang mir, vor dir zu verstecken,
Heut sollen auch Geister der irdischen Welt
Mit scheinbarer Maske dich necken,
Denn eh' ich den Schleier von ihnen gelüpft,
Sind schon sie behände dem Boden entschlüpft.
Sie steigen sichtbar und unsichtbar
In schwer erklimmbare Höhen,
Doch ihre gebildete Kriegerschar
Ist grau, schwarz, weiß auch zu sehen,
Verbirgt sich selten dem menschlichen Blick,
Und fließt auch ein auf der Menschen Geschick.
Ja, wenn sie sich auch vor den Menschen versteckt,
So blinken doch golden die Waffen,
Vor denen manch' eherne Waffe sich streckt,
Ihr Gold wird der Geiz nicht erraffen;
Es treibt ihn selbst von den Kisten fort,
Die sonst ihm waren sein liebster Ort.
Die Kriegerscharen verkünden sich auch
Mit schweren und lauten Geschützen,
Der schallendste Lärm ist ihr Kriegesbrauch,
Wenn blendend die Waffen erblitzen,
Und beider Heere vereinigter Mut
Ermordet sie Beide mit grimmiger Wut.
Dann steigen die Geister ganz leise herab
Von ihren bestiegenen Höhen,
Doch sieht man noch über der Krieger Grab
Den schönen Triumphbogen stehen,
Und eh' ich den Schleier von ihnen gelüpft,
Sind schon sie hinein in den Boden geschlüpft

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Die Dünste

Verweise

Worträtsel, Moser, Räthsel/1838