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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 11396

von Anonymus

Anagrammoid

Ach, des Lebens raue Pfade
Wären rauer ohne mich,
Und kein Blümchen blähte sich
Dir entgegen am Gestade.
Dass dein Fuß vorüber eilt.
Wunden würden ewig bluten,
Wenn sie meine Kraft nicht heilt.
Der Genuss von jedem Guten,
Würd' er nicht mit mir geteilt,
Schenkte dir nur halbes Glück;
Ach und jeder Augenblick –
Würde freudenleer entfluten.
Ich, ich bin das Band, das gute
Seelen unzertrennlich eint;
Bis es die mit treuem Mute
In des Andern Schmerzen weint,
Seines Glücks sich gern erfreuet
Und soviel ich immer kann.
Auf des Lebens Dornenbahn
Ihm der Freude Blumen streuet.
Dreizehn Glieder hat die Kette,
Die das Schicksal mir verlieh'n;
Doch, wirf diese her und hin.
Vor- und rückwärts, und ich wette,
Sechzig Worte sind noch drin.
[1] Das, wozu der Mensch geschaffen
Und was rein ich geben kann.
[2] Tiere, die beständig klaffen.
[3] Was die Zeiten uns zeigt an.
[4] Wer er öfters an uns bietet,
Der betrög' uns sicher gern.
[5] Das, worin der Vogel brütet.
[6] Und das Gegenteil von fern.
[7] Was Prometheus uns vom Himmel
Nützlich's hat herab gebracht.
[8] Was der Weise im Getümmel
Dieser Erdenwelt verlacht.
[9] Was im gleichen Schritt begleitet
Jede Niederträchtigkeit.
[10] Was dem wird, der überschreitet
Das, was ein Gesetz gebeut.
[11] Ein Behälter in den Kleidern.
[12] Was nur erst gefertigt ist.
[13] Auch das Kunststück von den Schneidern.
[14] Was das Pferd am liebsten frisst.
[15] Was die Menschen gut und böse
Öfters unverdienet macht,
[16] Und worauf der Laster Größe,
Manchen Bösewicht gebracht.
[17] Was, wenn zwei Parteien streiten.
Nur ein Einz'ger haben kann.
[18] Was mit Willen nie bereiten
Wird ein guter, braver Mann.
[19] Was gereizten bösen Herzen
Tausend süße Wonne gibt.
[20] Und das Tier, das Tod und Schmerzen
Kindern gibt, indem es liebt.
[21] Er, der Fettwanst, der im Schoose
Unsrer Erde sich verwühlt.
[22] Worauf einst, als Virtuose,
König David hat gespielt.
[23] Wenn man übermäßig trinket.
[24] Was zuletzt daraus entsteht.
[25] Was des Nachts am Himmel blinket.
[26] Und worauf ein jeder geht.
[27] Was man in dem Grabe findet.
[28] Und das Tier, das die Geduld
Schon in seinem Blick verkündet.
[29] Ein Gewächs, das oft die Schuld
Böser Tat, durch Tod belohnet.
[30] Dann ein schnell belauftes Tier,
Das im Feld und Walde wohnet.
[31] Fühlst du Furcht, was bebet dir
Dann durch alle deine Glieder?
[32] Zwar ein kleiner Teil der Zeit:
Doch auch er kehrt nimmer wieder.
[33] Was, wenn die Natur gebeut,
Wir einst alle werden müssen.
[34] Was von jedem übrig bleibt.
[35] Wie die meisten Ströme fließen,
[36] Und das Glied, womit man schreibt.
[37] Jeder hat ja seinen Frieden,
Jeder hat ja seine Last.
[38] Auch, ein Labsal für die Müden.
[39] Und, woran man's Messer fasst.
[40] Was man, Andre zu betrügen,
Ihnen vor die Augen macht.
[41] Beute, die nach blut'gen Siegen,
Im Triumph wird heim gebracht.
[42. 43] Eine Frucht; ein Tier mit Schalen.
[44] Gras, vom Stahl schon abgemäht.
[45] Ein Chines'scher Stoff zum Malen.
[46] Was voraus der Wirkung geht.
[47] Auch ein Reiz in unsrer Kehle.
[48] Wie es dann im Hals uns ist.
[49] Wer oft in des Mannes Seele
Ruh und sanfte Freude gießt.
[50] Romulus und Remus Mutter.
[51] Was man oft in Uhren füllt.
[52] Was verwandelt sich in Butter?
[53] Was durch Wasser man oft stillt.
[54] Auch ein Tier voll List und Ränke.
[55] Was zum Pökelfleisch man liebt.
[56] Was ist jegliches Getränke?
[57] Was die Schüssel rings umgibt.
[58] Die Gestalt von unsrer Erde.
[59] Der die Druckerkunst erfand.
[60] Was, damit er besser werde,
Mancher Knabe oft empfand.
Zwar gibt es der Worte viele,
Viel der Worte noch in mir.
Doch, ich bin nunmehr am Ziele;
Und, mein Leser, ist es dir
Nun gefällig, o so rate
Hin und wieder, was ich bin.
Lohnend streu' auf deine Pfade
Ich dir manches Blümchen hin,
Manches Blümchen süßer Freuden,
Das für jene Welt noch blüht,
Und, wenn sich dein Fuß durch Haiden
Über Dorn und Nesseln müht:
Dann, dann will ich dich begleiten,
Trocknen jede Träne dir,
Dich auf Blumenwege leiten;
Aber du, o lohne mir
Auch durch Zärtlichkeit und Treue,
Die kein Sturm des Schicksals bricht.
Denn, wem ich mich einmal weihe,
Den verlass ich ewig nicht.

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Freundschaft

Anmerkungen

[1] Freud, [2] Hunde, [3] Uhr, [4] Tausch, [5] Nest, [6] nah, [7] Feu'r, [8] Tand, [9] Schande, [10] Strafe, [11] Tasche, [12] neu, [13] Nath, [14] Hafer, [15] Ruf, [16] Rad, [17] Recht, [18] Schaden, [19] Rache, [20] Affe, [21] Dachs, [22] Harfe, [23] saufen, [24] Rausch, [25] Stern, [26] Fus, [27] Ruhe, [28] Schaf, [29] Hanf, [30] Hase, [31] Schauer, [32] Stunde, [33] Asche, [34] Rest, [35] rasch, [36] Hand, [37] Stand, [38] Rast, [39] Hefft, [40] Dunst, [41] Fahne, [42] Nus, [43] Auster, [44] Heu, [45] Tusch, [46] Ursache, [47] Husten, [48] rauh, [49] Frau, [50] Rhea, [51] Sand, [52] Sane, [53] Durst, [54] Fuchs, [55] Senf, [56] nas, [57] Rand, [58] rund, [59] Faust, [60] Ruthe

Verweise

Anagrammoide, Anonymus