Logo
Rätselgedichte, Rätselreime

≡ ► ◄ ▲

Rätselgedicht Nr. 11087

von Marie Schumacher

Logogriph

Frühlingswonne, Liebessehnen,
Jubel, Täuschung, bitt're Tränen,
Heißen Herzens lau Pulsieren,
Mitleidsloses Kritisieren,
Tief empfund'nes Seelenleben,
Wild zerrissner Saiten Beben,
Hohen Geistes stolzer Flug,
Nied'rer Leidenschaften Zug,
Zartes Fühlen, reich und voll,
Spott und Kälte, Hohn und Groll –
Längst wohl fandest du die Spur
Dieser zwiefachen Natur.
Streich das letzte Zeichen fort,
Und nun graut dir bei dem Wort;
Denn dir ist, als lege sich
Eine eis'ge Hand auf dich,
Die des Lebens mächt'ge Fülle
Wandelt in die tiefste Stille,
Schonungslos zu nichte macht,
Was in Glück und Freude lacht,
Statt der Frucht, die längst gereift,
Knospen oft und Blüten streift
Und durch Flehen und Beschwören
Nicht gehemmt wird im Zerstören.

Lösung anzeigen

Heine, Hein

Anmerkungen

Heinrich Heine (* 13. Dez. 1797 in Düsseldorf; † 17. Februar 1856 in Paris) war einer der bedeutendsten deutschen Dichter, Schriftsteller und Journalisten des 19. Jahrhunderts. Heinrich Heine gilt als einer der letzten Vertreter und zugleich als Überwinder der Romantik. Er machte die Alltagssprache lyrikfähig, erhob das Feuilleton und den Reisebericht zur Kunstform und verlieh der deutschen Literatur eine zuvor nicht gekannte, elegante Leichtigkeit.

Freund Hein (Gevatter Hein, Bruder Hein) ist eine euphemistische und allegorische Bezeichnung für den Tod (Personifikation).

Verweise

Logogriphe, Schumacher, Räthsel