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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 11060

von Johann Georg Christoph Müller

Scharade (2+1+1 Silben)

Mein Erst- und Zweites, ein gebietend Wort,
Schafft Gram und Ärgernisse fort;
Merk dir's zur Lehre, lieber Christ,
Beim Ding, das nicht zu ändern ist!
Mein Drittes ist ein kleines Wörtchen,
Und doch führt's zu dem Himmelspförtchen,
Zu Freuden, die sich stets verneuen,
Darf man's dem Sehnsuchtsziele weihen;
Obgleich auch schon so mancher Zwist
Aus diesem Laut entsprungen ist. —
Mein Viertes klinget minder süß,
Es ist der Hoffnung Hindernis;
Schon mancher Liebende, der diesen Laut vernommen,
Hat dadurch einen Korb bekommen.
Setz einen Selbstlaut zu, so zeigt's Verwandtschaft an,
Die aber bloß allein dem Mädchen gelten kann. —
Mein Ganzes wird nicht lang dir ein Geheimnis sein,
Beim Abschied hört man es, nur selten beim Verein.
Der Ruf bedeutet viel, er ist von Wichtigkeit,
Wie er der Wehmut denn gar viele Labung beut;
Dem Freunde bricht das Herz, er stammelt diese
Worte,
Und ruhig sinkt er dann zur dunkeln Grabespforte.

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Vergiss mein nicht/Nichte

Verweise

Scharaden, Müller