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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 10988

von Friedrich Zuckschwerdt

Scharade (2+2 Silben)

Die ersten beiden Silben.
Wir wandeln durch das Reich der Lüfte,
Bewohnen modervolle Klüfte,
Und kommen selten nur herauf.
Auch schweben wir in Himmelshöhen;
Phantasten können nur uns sehen,
Und Abenteurer rufen uns.
Die folgenden beiden Silben.
Betrügerei ist mein Gewerbe;
Oft ist auch Schwärmerei mein Erbe;
Der Zukunft Schleier deck' ich auf.
Ich seh', und gebe vor zu sehen,
Was schon geschah, und soll geschehen,
Und was kein sterblich Auge sieht.
Das Ganze.
Ich seh' das Erst', und bin das Zweite,
Betrüger bilden mein Geleite,
Der Aberglaube huldigt mir.
Auch hat ein großer Deutscher Dichter
Verewigt mich und mein Gelichter;
Doch unvollendet blieb sein Werk.

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Geister + Seher = Geisterseher

Anmerkungen

Der Geisterseher (Aus den Memoiren des Grafen von O**) ist ein Romanfragment Friedrich Schillers, das in mehreren Fortsetzungen zwischen 1787 und 1789 in der Zeitschrift Thalia erschien und später in drei Buchausgaben veröffentlicht wurde. Zeittypische Elemente wie Geisterbeschwörung, Spiritismus und Verschwörungen verknüpfend, kam der Text der Leseerwartung entgegen und brachte Schiller zu Lebzeiten den größten Publikumserfolg ein. Die romantische Schauer- und deutschsprachige Kriminalliteratur wurden durch ihn nachhaltig beeinflusst.

Verweise

Scharaden