Logo
Rätselgedichte, Rätselreime

≡ ▲

Rätselgedicht Nr. 10952

von Friedrich Zuckschwerdt

Scharade (1+1 Silben)

Hätt' Amors Köpfchen der Doktor Gall
In seinen Forscherfingern gehabt,
So hätt' er – ich wette der Welten All! –
Ganz sicher gefunden, dass er begabt,
Vor allen begabt sei mit dem Organ,
Dem der Silben erste so untertan.
Was sie bezeichnet, sind viel Autoren,
Sonst wären sie sicher verhungert, erfroren;
Es sind's auch Juden und Lieferanten,
Die viel berechneten, wenig sandten;
Kurzum, ihre Zahl ist Legion;
Doch gar verschieden auch ist ihr Lohn.
Denn wer es versteht, es im Großen zu treiben,
Pflegt immer im Amt, und bei Ehren zu bleiben:
Doch die Pfuscher lässt man gleich Engeln schweben,
In Lüften hinüber zum ewigen Leben.
Die zweite Silb' ist oft blank und glatt;
Gar mancherlei Zweck und Gestalt sie hat:
Hier speiet sie Feuer, verbreitet Mord,
Und heilsam verwundet sie wieder dort;
Dem muss sie die dürftige Nahrung erwerben;
Der braucht sie zum Unheil und zum Verderben;
Und gekrümmt, wie ein Erdenwürmlein, bewegt
Sie, dass es dem Lebenden gleich sich regt.
Das Ganze wird von dem Ersten vollbracht,
Und stammt aus der Bosheit düsterer Nacht.

Lösung anzeigen

Dieb + Stahl = Diebstahl

Anmerkungen

Franz Joseph Gall (* 9. März 1758 in Tiefenbronn bei Pforzheim, Baden; † 22. August 1828 in Montrouge bei Paris) war ein deutscher Arzt und Hirnanatom, der die Phrenologie begründete.

Verweise

Scharaden