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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 10357

von Hedwig Hülle

Homonym

[1]Ich bin von mancherlei Gestalt
Auf Erden stets erschienen,
Ich deute Macht Dir und Gewalt
Und muss als Zierde dienen;
Dann bin ich oft von größrem Wert
Als mancher Fürst besitzet;
Doch ach – mein Glanz so oft beschwert,
Wie auch der Demant blitzet.
[2]Doch schmück' ich eine Hirtin hold
Mit frischem Blütenschimmer,
So schmäht sie freudig üppig Gold
Und bunter Steine Flimmer.
Dann gibt mir Liebe hähern Wert
Als Perlen ohne Gleichen.
Dass mein Besitz sie nicht beschwert
Ist ihre Wonn' ein Zeichen.
[3]Wenn in das stille Friedenstal
Ein müder Wandrer ziehet
Und dieser Erde Lust und Qual
Nach langem Kampfe fliehet;
Der Leidenschaften Sklavenjoch
Nicht mehr die Seele drücket,
Wird seine Friedenskammer noch
Zuletzt durch mich geschmücket.
[4]Dem Sangeshelden, welcher kühn
Die Saiten weiß zu schlagen,
Soll ich der Lohn, der höchste, sein
Und zum Olymp ihn tragen.
Erringt der Hochbeglückte mich,
Von Göttern vorgezogen,
So wälzt sein Name ewig sich
Fort auf des Ruhmes Wogen.
[5]Dem Schmerze auch gehör' ich an,
Den Spott und Hohn begleiten;
O richte nur den Blick hinan
Zu längst verschwebten Zeiten:
Mich trug ein Hirte, hehr und mild,
Zum Heile seiner Herde,
Dass im verdüsterten Gefild'
Der Armen Rettung werde.

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Krone bzw. Kranz

Anmerkungen

1. Königskrone; 2. Myrthenkranz; 3. Totenkrone; 4. Lorbeerkranz; 5. Dornenkrone

Demant (veraltet) = Diamant

Verweise

Homonyme, Hülle