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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 10289

von Alfred Kastil

Rätsel

Ich bin ein Malerrealist,
Geb' alles wieder, wie es ist,
Und ohne Müh' und Überlegung,
Getreu nach Farbe, Form, Bewegung.
Sobald man mir was aufgetragen.
So fühl ich mich auch schon beschlagen,
Zu malen Männlich, Weiblich,
Sächlich exakt und dennoch oberflächlich.
Brauch weder Pinsel, noch Palette,
Versteh mich nicht auf Etikette
Und schmeichle selbst der Kais'rin nicht,
Obwohl mir's nicht an Schliff gebricht.
Nie wird Dein Bildnis mir missglücken,
Mach ich auch Augen Dir im Rücken.
Gibt keiner sich zum Sitzen her,
So lief're ich ein Interieur,
Und sind mit einem einzeln Bild
Noch Deine Wünsche nicht gestillt,
Lass einen Zweiten zum Kopieren
Sich gegenüber etablieren,
Dann gibt es Bilder auf einmal
In jeder Größe, sonder Zahl.
Nur sind auch sie, ob klein, ob groß,
So wie das erste wesenlos.
Drum ist ein Mangel zu beklagen,
Man kann sie nicht nach Hause tragen,
Muss sie zu schauen sich bequemen
In meiner Nähe Platz zu nehmen.
Du merkst, wer ich auch immer sei,
Bin technisch nicht ganz einwandfrei.
Am schwächsten aber um mich steht
Es punkto Originalität.

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Spiegel

Verweise

Worträtsel, Kastil