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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 10269

von Carl Clemens Kühnel

Rätsel

Seht ihr den jungen Helden
Dort auf dem Hügel stehn?
Im Kampfe mit dem Feinde
Besetzt er frisch die Höh'n.
Er pflanzt sein Goldgeschütze
Auf Riesenbergen auf:
Und da ins Tal hernieder
Entströmt sein Siegeslauf.
Er treibt den Feind hinunter,
Tief in der Höhlen Kluft;
Da hält er ihn gefangen
Und wehrt ihm Licht und Luft.
Er trägt als Herrscherzeichen
Wohl eine goldne Kron',
Und tausend Kehlen singen
Ihm Sieges-Dank und Lohn.
So zieht er immer weiter,
Kehrt nie besiegt nach Haus,
Und löscht dem Feind die Lichter
Des Friedensfestes aus.
Und weicht er auch von hinnen,
So ist's doch nimmer Flucht:
Nur Fortgang ist's im Siege,
Der neue Kronen sucht.
Drum hält er auch beim Weichen,
Mild lächelnd bis zuletzt
Mit seinem Goldgeschütze
Die Berge noch besetzt.
Kennt ihr den jungen Helden,
Der von den Hügeln schaut?
Fast liegt's am Tag', ihr nennt ihn
Gewiss schon alle laut.

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Der Tag

Quellen

Clemens Carl Kühnel
Morgenstunden meiner Muse, Band 1
J. G. Mittler, 1824

Verweise

Worträtsel, Kühnel