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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 9526

von Anonymus

Scharadoide (2+1 Silben)

Gesellt dem Ersten sich nicht die Hand des schaffenden Meisters,
Kühn ins Leben zu rufen des fruchtbaren Geistes Gebilde,
Bleibt's nur eiteler Traum, entbehrend verkörpernder Hülle,
Doch die bildende Hand vermag's nicht immer zu folgen,
Schwingt zu den Sternen sich auf des Geistes entfesselter Fittig.

Das Zweite eilenden Laufs durchkreist es die silberne Welle,
Pregollas ruhige Flut spendet es dir als Tribut –
Wehe Verlassener dir! durchglänzt das starrende Leben
Nicht das Ganze dann ist blütenleer deine Bahn.

(An das Ganze.)

Was ich suchte, mir war's geschwunden;
Erdenfesseln hielten mich gebunden,
Ach den Blick zur Sonnenbahn hinauf
Konnt' ich nicht das Strahlenmeer ertragen,
Menschlich Auge, nimmer darfst du's wagen
Himmelwärts zu richten deinen Lauf.

Und des Zweifels Zagen hingegeben
Sank zurück ich in das wüste Leben,
Keine Tröstung füllte meine Brust
Sieh'! da riss der Leidenschaften Glut,
Mich von Neuem in der Stürme Flut
Kühn zu ringen nach des Himmels Lust.

Und der Sternennacht geheimnisvolles Schweigen
Schien den Weg zum Himmel mir zu zeigen,
Heil'ger Schauder füllte mir das Herz.
Tief gehüllt in Ätherlichten Schleier
Ruhte die Natur in ernster Feier,
Sanft in Wehmut löste sich mein Schmerz.

Und des Mondes silberheller Blick
Warf des Himmels Abglanz mir zurück,
Da vermocht ich es den reinen Glanz zu tragen,
Und des Schicksals dunkle Hand
Zeigte mir den Weg zu meiner Träume Land,
Plötzlich schwand der Seele banges Zagen!

»Es durchwogte stürmisch meine Brust,
Mir des Wagens kühn gefühlte Lust,
Mächtig lebt in mir ein göttlich Bild
Ach! ich fühl's wie's glühend mich erfüllt.«
Wie der Schöpfung mildes Walten
Blüten durch das raue Leben webt,
Und mit Himmels Balsam alles was da lebt
Zu des Daseins Freude lässt gestalten,
Strahlt aus deinen Zügen engelmild
Mir der höhern Deutung heilig Bild.

Sieh da reißt des Schicksals kalte Hand
Mich von Neuem aus dem Zauber Land,
Ach! der wechselvolle Drang im Leben
Lässt durch Opfer nur des Himmels Glück erstreben.

Und mit Kraft dringt durch des Lebenswelle
Kühn mein Arm – ihn stählt der Hoffnung Mut,
Wild schäumt der Wogen dunkle Flut,
Doch in der Brust da wird es plötzlich helle –
Und sinkt erstarrt die Kraft – dann leite deine Hand
Den mutig Ringenden in seiner Kämpfe Land.

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Idee + Aal = Ideal

Anmerkungen

Der Pregel (Preigara, Preigile, Pregolja, Prieglius) ist ein Fluss in der Oblast Kaliningrad, dem russischen Teil Ostpreußens. Er ist 123 km, zusammen mit der Angerapp, einem der bedeutendsten Zuflüsse, 292 km lang.

Quelle

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Verweise

Scharaden, Anonymus