Logo
Rätselgedichte, Rätselreime

≡ ► ◄ ▲

Rätselgedicht Nr. 8967

von Friedrich Cuno

Logogriph

Ich nenn' ein Wort Dir von fünf Zeichen,
Dem wenig andre Wörter gleichen;
Denn immer steht es oben an
Und immer ehrt's den braven Mann.

Von seiner Schönen auf hohem Balkone
Empfing es der Ritter zum glänzenden Lohne;
Doch auch der Gelehrte verschmähet es nicht
Durch Schrift zu erringen bei nächtlichem Licht.

Nimm eins von den Zeichen; so steht's auf der Tafel
Unzähliger Menschen vom Rhein bis zur Havel.
In wärmerer Zone wächst es empor,
Gepflegt von unglücklicher Sklaven Chor.

Nimm noch eins; so würd' es uns schmerzlich betrüben,
Wenn gleich ihm wäre das Herz, das wir lieben;
Denn vor ihm erstarrt das bewegliche Blut,
Es dämpft der Gefühle heilige Glut.

Eins weniger nun; so wird es entzücken
Den Armen, den Sorgen der Nahrung drücken.
Kein Imperativ existiert in der Welt,
Der à tempo schöner ins Ohr ihm fällt.

Das letzte braucht man, um Ruh zu gebieten;
Sonst müsste man sagen: »ach, lasst mich zufrieden!«
Und dennoch hörte wohl mancher Galan
Von seinem Liebchen es gerne schon an.

Das Ganz' ist mir wert; doch werd' ich nicht beben,
Es, hast Du's erraten, Dir freundlich zu geben:
Denn in dem Wörtchen selber ja wohnt,
Was mich für die kleine Mühe belohnt.

Lösung anzeigen

Preis, Reis, Eis, iss, S!

Verweise

Logogriphe, Cuno