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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 8832

von Anonymus

Scharade (2+1 Silben)

Es schweift auf unermesslichen Gefilden
Der beiden ersten kühn des Menschen Phantasie,
Doch gleich des Schlummer-Gottes Traumgebilden
Flieht, was er sucht und ach – er findet's nie –
Wenn düstre Nacht mit Mohnumkränzten Schwingen
Hinabsinkt auf der Erde stillen Schoß,
Schaut ahndungsvoll in jene weite Ferne
Der Astronom – er misst die Bahn der Sterne;
Erhabner Geistes Schwung nach Göttlichem zu ringen
Der Gottheit nah'n – ein wahrhaft Göttlich Los. –
Doch wähne nicht Gesetze zu ergründen
Wie eine Welt sich reiht an tausend Welten Lauf –
Nahst du der Sonne Glanz, du könntest leicht erblinden
Der Himmelstürmer fällt, ihn nimmt die Erde auf. –
Nur ahnen sollst du – Jene große Wahrheit
Erleuchte nur den fessellosen Geist,
Dort wo umglänzt von Himmelreiner Klarheit
Der Engel꞊Chor den Weltenschöpfer preist,
Führt deinen Geist in klarer Lichtgestalt
Des Schöpfers Hand an unsichtbarem Band –
Doch schuf in dir der Gottheit weises Walten
Ein Herz, dem sich schon hier das Göttliche erschließt –
Blick in die Monddurchglänzte Nacht, du siehst Gestalten
Gleich einer Zauberwelt die Ätherschein umfließt –
Und lächelt durch die dunklen Zweige
Des schatt'gen Baums dir Lunas glänzend Licht,
Dann schwillt die Brust in wonnigem Verlangen
In offnem Arm die ersten zu umfangen.

Willst du der dritten Silbe Deutung finden,
Schau in des Meeres stolze Wogenflut,
Leicht wirst du dann des Ganzen Sinn ergründen
Belebend stählt's des Zweiflers Wankelmut.

Strahlt's dir aus einem Bild auf zartem Grunde
Das selbst sich lieh des Tages Glanz und Schein,
Das anders stets sich zeigt zu jeder Stunde
Führt's wonnetrunken dich in Himmels Räume ein

Lösung anzeigen

Himmel + blau = Himmelblau

Verweise

Scharaden, Anonymus