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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 8128

von Friedrich Hoffmann

Scharade (2+1 Silben)

Der Mai ist erwacht
In voller Pracht;
Treibt die Knospen, die noch träumen
Aus Sträuchern und Bäumen,
Lässt sie begrüßen mit lautem Schall
Von Hänfling und Nachtigall.
Er kann nirgends 'was Totes sehn,
Es muss Alles leben und auferstehn,
Es muss Alles auf Berg und im Tal
Sich freuen im lieben Sonnenstrahl.

»Hinweg nun, ihr Sorgen aus meinem Herzen,
Will fröhlich sein, spielen und scherzen!
Ihr Pferdchen, kommt aus dem Haus'
Ins frische, grüne Gebüsch hinaus!
Sollt weiden im duft'gen Gras,
Will euch erzählen dies und das
Vom Gärtner, vom Hasen und Jägersmann,
Vom weißen Hirsch und Schneewittchen dann!«

Er trug die Rösslein aus dem Haus'
Ins frische, duftige Grün hinaus,
Erzählte viel, ward recht lustig dabei,
Blickt' umher, wo das Erste sei,
Die lechzende Zunge zu laben;
Auch die Pferdchen sollten 'was haben.
Hätten sie nur geöffnet den Mund,
Sie hätten getrunken zu dieser Stund'.

Und als er den brennenden Durst gekühlt,
Hätt' er bald größeres Weh gefühlt:
Das Letzte tat er, als er zum Springen
Die steifen Pferdchen wollte zwingen;
Doch ging's noch ohne Schmerzen ab, –
Bald lief er wieder Trott und Trab.

Als nun der Abend war gekommen,
Hat ihn der Vater mitgenommen
Hinein ins Gebirg', da schaut' er im Glanze
Der Abendrote das schöne Ganze,
Hörte sein Brausen, sah die Wellen
Vom Felsen stürzen und zerschellen,
Sie wirbelten auf, wie Wolken von Staub,
Der Wogendonner macht' ihn fast taub.

Morgen wird er den Pferdchen sagen,
Was Abends sich hat zugetragen.

Lösung anzeigen

Wasser + Fall = Wasserfall

Verweise

Scharaden, Hoffmann, Neue Räthsel