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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 8105

von Johann Georg Philipp Thiele

Rätsel

Deine rechte Hand, Natur,
Bin ich: nur durch mich kommt Wonne.
Selbst das Eis trägt meine Spur.
Sichtbar bin ich in der Sonne.

Ruf mich, wenn du willst hervor,
Oft mit Schmerzen: Jede Fläche
Auch des Dichten, ist mein Tor,
Dem ich schreckhaft oft entbreche.

Durch mich hebt sich in die Luft
Mit unmerkbar steter Eile
Öl und Salz und Wasserduft,
Eure hohe, breite Säule.

In der lockern Massen Schoß
Wirbelt stets mein rastlos Wesen:
Teile reißen sich dort los,
Hier zum Brand, dort zum Verwesen.

Fahren oft als Flämmlein auf,
Tanzen kindisch hin und wieder
Richten hoch den kühnen Lauf,
Senken dann als Schleim sich nieder.

Hetze Meer und Luft zum Kampf
In der Erde tiefen Schlünden,
Lasse dann der Luft mit Dampf
Durch den Bergschacht Wege finden.

Wohltat noch! sonst reißt und hebt
Ihre Wut messlose Flächen,
Meergetümmel tost und webt,
Berge sinken, Städte brechen.

Hoch in Lüften fußt mein Thron,
In der Dünste weiten Schichten
Bin oft einer Wolke Sohn,
Suche Hader anzurichten,

Schnell und laut wie ein Geschoß
Fahr ich hin zu leerem Schlauche,
Stürz oft nieder: kein Koloss
Steht vor meinem Pfeil und Rauche.

Hat sich denn der Wolken Schlauch
Meines Ungestüms entladen
In der Erde kühlen Bauch,
Folget Segen meinen Pfaden.

Mit mir spielt der Erden Sohn,
Lockt mich vor durch feine Künste,
Spricht in hoher Luft mir Hohn,
Ja benutzt mich zum Gewinnste.

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Blitz

Verweise

Worträtsel, Thiele