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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 8037

von Carola Koch

Scharade (1+2 Silben)

Wer Geld hat oder sonstigen Besitz,
Der hätt' mein Erstes immer gern davor.
Das Schicksal setzt es ihm vor Müh' und Arbeit:
Das hält er nicht für wünschenswert, der Tor!

Die Zweiten sind des Burschen höchste Lust
Und weh'n als Wort so süß von feinem Munde,
Sitzt er zur Seit' ihr, Arm in Arm,
In zärtlich blauer Dämmerstunde

Das Ganze fanden sie in kleiner, dürrer Frucht
Als ein Naturspiel, mochten's doch nicht pflanzen;
So aßen sie's vergnügt und wetteten sogleich,
Sich morgen zu begrüßen mit dem Ganzen.

Lösung anzeigen

viel + Liebchen = Vielliebchen

Anmerkungen

Das Vielliebchen ist eine Nuss mit ausnahmsweise zwei Kernen (meist Mandel oder Haselnuss) oder eine andere ungewöhnlicherweise doppelkernige Frucht. Der Ausdruck steht im Zusammenhang mit dem Brauch, beim Vorfinden einer solchen Frucht das Vielliebchen mit einer anderen Person zu teilen und zu »wetten«: Derjenige, der am nächsten Morgen zuerst den anderen mit dem Satz »Guten Morgen, Vielliebchen« begrüßt, gewinnt. Der andere hat ihm ein kleines Geschenk zu machen.

Verweise

Scharaden, Koch