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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 7826

von Ulrich Rudolf Schmid

Rätsel

Ein Geisterreich auf Erden

Es weben Geister ein grauliches Band
Geheimnisvoll über Berg und Land.
Sind leichte flüchtige Naturen,
Und schnell verschwinden ihre Spuren,
Sie führen gestaltlos in rastlosem Schweben
Ein düsteres totenähnlich Leben.
Oft streifen sie in Gruppen zerteilt,
Bald hier, bald dort ein Haufe weilt;
Im Dornbusch einer sich verwirrt,
In Klüften jener sich verirrt.
Es setzt sich der im kühnen Lauf
Dem Berg als Schlummerkappe auf;
Dort drängt sich in des Waldes Reihn
Gespenstisch ihr Gewimmel ein;
Die lieblichen Blumen, die heiteren Auen
In ihrer Gesellschaft traurig ergrauen.

Oft lagert sich das ganze Heer,
Ein unermesslich wallend Meer,
Es wogt wie der Sündflut großes Grab,
Das ziehet Menschen und Städte hinab.
Das Reich, einer Königin untertan,
Kämpft stets, oft siegreich, gegen sie an;
Doch wenn sie den gold'nen Szepter hebt,
Zurück die Geistermasse bebt.
Das Wort wird neu: »es werde Licht«,
Und durch die Nacht der Tag nun bricht!
Es hebt aus dem dämmernden Chaos hervor
Sich rein verklärt die Schöpfung empor.

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Nebelschwaden

Anmerkungen

Die Königin ist die Sonne.

Verweise

Worträtsel, Schmid, Forum