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Rätselgedichte, Rätselreime

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Rätselgedicht Nr. 7549

von Jarisch

Rätsel

In einem Kloster war die Äbtissin gestorben.

Die Nonnen schritten zur Wahl einer Nachfolgerin. Die Wahl wurde pflichtgemäß angezeigt. Der Bischof kam, um die Wahl kirchlich zu bestätigen. Als er aber sah, dass man die Allerjüngste aus der Mitte des Konventes gewählt hatte, verweigerte er die Bestätigung. Nun baten die Nonnen so herzlich sie nur konnten, indem sie die Neugewählte als die Frömmste, Demütigste, Liebevollste, Klügste ja Gelehrteste unter ihnen darstellten.

Der Bischof ließ sich erbitten und sprach: Nun gut, es geschehe! Ich will sie Euch bestätigen, doch nur unter der Bedingung, wenn sie eine Frage die ich nach einiger Zeit an sie stellen werde, beantwortet.

Oh, meinten die Nonnen, sie wird gewiss jede Frage beantworten, sie hat sehr viel gelernt, ist sehr belesen und talentiert.

Der Bischof reiste ab.

Etwa nach vier Wochen sandte er eine Kiste in das Kloster. Man öffnete und sah folgendes: Die Kiste war durch ein Brett in zwei Abteilungen geteilt. In jeder Abteilung lagen Totenschädel, in der einen lauter weiße, in der andern lauter schwarze. Zu oberst lag ein Zettel mit der Frage: »Dieses sind die Köpfe jener Kinder, welche Herodes in Bethlehem hat töten lassen. Die Abtissin soll entscheiden, welche die Köpfe der Knaben und welche die Köpfe der Mädchen sind. Entscheidet sie recht, so werde ich sie bestätigen. N. N. Bischof«

Nun freundlicher Leser, freundliche Leserin, rate hin und rate her. Ich sage dir, die Lösung ist nicht schwer, du brauchst dazu, bei meiner Ehre, auf keinen Fall Galls Schädellehre.

Lösung anzeigen

Lauter Knabenköpfe, denn Herodes ließ bloß Knaben morden.

Anmerkungen

Franz Joseph Gall (* 9. März 1758 in Tiefenbronn bei Pforzheim, Baden; † 22. August 1828 in Montrouge bei Paris, heute Département Hauts-de-Seine) war ein deutscher Arzt und Hirnanatom.

Verweise

Sonstige, Der katholische Christ